Auf einer Militärbasis in Kanada hat sich am Samstag eine schwere Katastrophe ereignet. Auf dem Stützpunkt CFB Wainwright in der Provinz Alberta kam es gegen 16 Uhr Ortszeit (Mitternacht MESZ) zu einem schweren Zwischenfall.
Eine Explosion soll einen Großbrand ausgelöst haben. Laut dem kanadischen Sender Global News kamen mindestens sieben Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt.
Die Behörden informierten gegen 17.30 Uhr Ortszeit erstmals über den Vorfall. Das Verteidigungsministerium bestätigte mehrere Tote und Verletzte, nannte aber keine Zahlen. Die Identifizierung der Opfer und die Verständigung der Angehörigen laufen.
Laut Militärquellen, auf die sich Global News beruft, soll bei einer Übung mit scharfer Munition eine unterirdische Gasleitung oder Gasbohrung getroffen worden sein. Die anschließende Explosion dürfte den Großbrand ausgelöst haben.
Unbestätigten Berichten zufolge könnte ein Artilleriegeschoss eine aktive Erdgasbohrung getroffen haben. Auch von zerstörten Übungsgebäuden und weiteren Explosionen ist die Rede. Für diese Angaben gibt es noch keine unabhängige Bestätigung. Die genaue Unfallursache wird untersucht.
CFB Wainwright liegt rund 200 Kilometer südöstlich von Edmonton und zählt zu Kanadas wichtigsten militärischen Übungsstützpunkten. Hier trainieren Soldaten für Kampfeinsätze, darunter bei groß angelegten Manövern und Schießübungen mit scharfer Munition. Auf dem Gelände befinden sich das Canadian Manoeuvre Training Centre und das Ausbildungszentrum der 3. kanadischen Division.
An einem gewöhnlichen Arbeitstag sind laut CBC rund 690 Militärangehörige und 300 Zivilbeschäftigte auf der Basis. Wie viele Menschen sich zum Unglückszeitpunkt dort aufhielten, ist unklar.
Die Flammen breiteten sich rasch über das Übungsgelände hinaus aus und durchbrachen die Umzäunung. Windböen mit bis zu 100 km/h fachten das Feuer an und erschwerten die Löscharbeiten. Feuerwehren aus mehreren Gemeinden rückten an. Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, das Gebiet zu meiden und Rettungsfahrzeugen freie Fahrt zu ermöglichen.
Die Gesundheitseinrichtungen in Wainwright waren angesichts der vielen Verletzten völlig überlastet. Zahlreiche Patienten wurden in Krankenhäuser der rund 200 Kilometer entfernten Großstadt Edmonton gebracht. Dort wurde mit dem sogenannten Code Orange Katastrophenalarm für einen Massenanfall von Verletzten ausgelöst.
Der Notfallmediziner Warren Thirsk sprach gegenüber CBC von einer Katastrophe, wie sie nur alle 15 bis 25 Jahre vorkomme. Wainwrights Bürgermeister Bruce Pugh befürchtet sogar das bisher schwerste Unglück mit zahlreichen Opfern in der Geschichte der Region.
Kanadas Verteidigungsminister David McGuinty erklärte, er könne sich an keinen vergleichbaren Vorfall in der jüngeren Vergangenheit erinnern. Premierminister Mark Carney sprach den Betroffenen und ihren Familien sein Mitgefühl aus.
Auch andere Provinzen boten Unterstützung an. Saskatchewan schickte zusätzliche Einsatzmittel nach Alberta, British Columbia sagte ebenfalls Hilfe zu.
In der Nacht auf Sonntag konnten die Einsatzkräfte die Ausbreitung des Feuers unter Kontrolle bringen. Eine Evakuierung der Stadt Wainwright war nicht notwendig.
Die endgültige Zahl der Todesopfer und Verletzten steht weiterhin nicht fest. Auch die Ursache der Explosion ist noch ungeklärt. Die kanadische Bundespolizei ist in die Ermittlungen eingebunden.