Die Absage einer Buchpräsentation mit ORF-Legende Danielle Spera (69) sorgt weiter für heftige Reaktionen. Jetzt schaltet sich auch Israels Botschafter in Österreich, David Roet, ein. Er bezeichnet den Vorgang als "empörend" und warnt davor, möglichen Störern nachzugeben.
Wie berichtet, hätte Spera im Österreichischen Journalisten Club (ÖJC) ein Buch über jüdische Frauen präsentieren sollen. Der Termin wurde abgesagt.
Als Grund wurden Sicherheitsbedenken genannt: "Wir können leider nicht die Sicherheit von Frau Spera gewährleisten und fürchten auch aufgrund ähnlicher Ereignisse in der Vergangenheit tumultartige Störaktionen", hieß es in einem Schreiben an Spera.
Statt die Behörden zu alarmieren, sagte der Journalisten Club die Veranstaltung ab. Für die Vertreter Israels und der Juden in Österreich ein Einknicken gegenüber potenzieller Störern.
Nachdem bereits IKG-Präsident Oskar Deutsch die Entscheidung scharf kritisiert hatte, reagiert jetzt auch der israelische Botschafter.
Roet zeigt sich "erstaunt" über die Absage und erinnert daran, wer bei der Veranstaltung eigentlich im Mittelpunkt stehen sollte: Spera sei eine bekannte österreichische Journalistin, ihre Co-Autorin Erika Freeman eine renommierte Psychoanalytikerin und Holocaust-Überlebende. Gemeinsam haben sie ein Buch über die Geschichten jüdischer Frauen geschrieben.
Dass eine solche Veranstaltung in Wien wegen Sicherheitsbedenken nicht stattfinden soll, bringt Roet auf die Palme.
"Es ist empörend, dass in Wien im Jahr 2026 eine Veranstaltung mit diesen beiden bemerkenswerten Frauen mit der Begründung abgesagt wird, dass die Sicherheit von Frau Spera nicht gewährleistet werden könne", erklärt der Botschafter.
Dabei geht es Roet nicht nur um diesen einen Termin. Er warnt vor den Folgen, wenn Veranstaltungen wegen möglicher Störungen abgesagt werden. "Sicherheitsbedenken dürfen nicht als Vorwand dienen, um solche Veranstaltungen abzusagen", betont er.
Besonders deutlich wird der Botschafter bei der Frage, wie mit möglichen Drohungen oder Störaktionen umgegangen werden soll: "Ein Nachgeben gegenüber denen, die sie bedrohen, wird nur zu weiteren Drohungen ermutigen", warnt Roet.
Seine Forderung ist unmissverständlich: "Jüdische Stimmen müssen hier ohne Angst sprechen können."
Damit stößt der Botschafter in dieselbe Debatte, die zuvor bereits IKG-Präsident Deutsch angestoßen hatte. Dieser hatte davor gewarnt, dass Juden "zunehmend aus dem öffentlichen Raum verdrängt" würden.