Überraschender Schachzug

Ungarn: Magyar will Schachlegende als neue Präsidentin

Judit Polgár soll laut Premier Magyar Ungarns neue Präsidentin werden. Die Schachlegende soll das Land in schwierigen Zeiten einen.
Newsdesk Heute
20.07.2026, 10:11
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar möchte die frühere Schachspielerin Judit Polgár als neue Präsidentin Ungarns vorschlagen. Magyar hat am Sonntag auf Facebook angekündigt, dass er sich am Montag mit der 49-Jährigen treffen und ihr die Nominierung für das weitgehend repräsentative Amt anbieten wird.

"Unser Land braucht Einheit, Frieden und einen Präsidenten, auf den jeder Ungar stolz sein kann. Die Aufgabe des Präsidenten ist es, allen Ungarn zu dienen und sie zu vertreten", schrieb er weiter. In Judit Polgár sieht Magyar die perfekte Kandidatin für das Amt. Von Polgár selbst gab es laut der "Presse" vorerst noch keine Stellungnahme.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Der Vorschlag Magyars kommt nach einer Verfassungsänderung, durch die die Amtszeit des bisherigen Staatsoberhaupts Tamas Sulyok endet. Sulyok hat das von Magyars Regierungspartei Tisza verabschiedete Gesetz am Samstag unterschrieben. Die Regierungsmehrheit hatte angekündigt, ihn andernfalls per Amtsenthebungsverfahren abzusetzen.

Polgár gilt als beste Schachspielerin der Geschichte. 1988 hat sie gemeinsam mit ihren Schwestern Zsuzsa und Zsofia sowie Ildiko Madl die Schacholympiade mit dem ungarischen Frauenteam gewonnen und damit die jahrzehntelange Dominanz der Sowjetunion gebrochen. Während ihrer Karriere ist sie regelmäßig bei Turnieren gegen Männer angetreten und hat sich in der von Männern dominierten Sportart an der Weltspitze etabliert. Sie ist die einzige Frau, die jemals die Marke von 2700 Elo-Punkten überschritten hat – das gilt in Schachkreisen als "Super-Großmeister"-Niveau.

Dieses Talent wird in Ungarn nun auf außergewöhnliche Weise gewürdigt. Laut Magyar hätten sich "anerkannte Persönlichkeiten des ungarischen öffentlichen Lebens" für eine Nominierung Polgárs für das Präsidentenamt eingesetzt. "Sie ist eine Ungarin, deren Erfolge in ihrer Heimat ebenso wie weltweit Respekt und Anerkennung hervorrufen", so Magyar in seinem Facebook-Posting. Polgárs Name stehe seit Jahrzehnten für Talent und Ausdauer und ihre Annahme des Präsidentenamts würde Magyar "persönlich als große Ehre empfinden".

Mit dem Austausch des Präsidenten setzt Magyar seine Bemühungen fort, die Machtstrukturen des im April abgewählten Ex-Ministerpräsidenten Viktor Orbán zurückzudrängen. Das Parlament, in dem die Tisza-Partei eine Zweidrittelmehrheit hat, wird nun einen neuen Präsidenten wählen. Das neue Staatsoberhaupt bleibt so lange im Amt, bis eine geplante neue Verfassung in Kraft tritt, maximal aber fünf Jahre.

{title && {title} } red, {title && {title} } 20.07.2026, 10:11