Neue Zahlen der Landespolizeidirektion Wien zeigen, wie dramatisch die Lage ist: Mit 15,7 Suchtmitteldelikten pro 1.000 Einwohnern liegt Wien-Mariahilf an zweiter Stelle aller Wiener Bezirke. Nur in der Wiener City gibt es noch mehr Drogendelikte.
Im Winter ist die Lage schlimmer, berichten Anrainer. Die Szene verlagert sich in Hauseingänge und Keller – nicht nur am Gürtel, sondern auch mitten im Bezirk, unweit der Mariahilfer Straße. Anrainer in der Webgasse sind beunruhigt – in der Garageneinfahrt eines Wohnhauses lagen am Wochenende plötzlich haufenweise Spritzen und andere Hinterlassenschaften eines Junkie-Treffens.
"Die Polizei war dann vor Ort, die Drogenkranken haben in der Zwischenzeit das Weite gesucht", berichtet VP-Bezirksrätin Veronika Zimmermann. "Das ist kein Einzelfall." Besonders problematisch sei die Entwicklung: Während sich die Probleme im Winter noch verstärkt in Häusern und Stiegenhäusern abgespielt haben, verlagert sich die Szene nun zunehmend in den öffentlichen Raum. Garageneinfahrten, Gehsteige und Höfe werden zu Orten, an denen Familien, Kinder und ältere Menschen mit gefährlichen Hinterlassenschaften konfrontiert sind. "Es betrifft längst nicht mehr nur einzelne Hotspots oder das unmittelbare Umfeld bekannter Problemadressen", so Zimmermann.
Der Schaden für die Anrainer ist oft groß. Ein Mehrparteienhaus in unmittelbarer Nähe der U6-Station Gumpendorfer Straße musste 2024 rund 15.000 Euro für Reparaturen und Reinigungen aufbringen. Maßnahmen wie UV-Lampen in Kellern, die den Spritzenkonsum unterbinden sollen, zeigen laut Anrainern kaum Wirkung. Die Stadt Wien müsse hier verstärkt Maßnahmen setzen, so die Bezirksrätin.