An der Eingangstür eines Cafés im Bezirk Spittal an der Drau werden Gäste auf eine besondere Regel aufmerksam gemacht. "Bei jeglicher Art von Kartenzahlung (auch Thekenverkauf) wird eine Trinkgeldpauschale von 5 Prozent verrechnet!", steht dort in mehreren Sprachen.
Wer seine Rechnung nicht bar bezahlt, muss demnach automatisch tiefer in die Tasche greifen. Ob der Service gut war oder der Gast überhaupt Trinkgeld geben möchte, spielt laut Aushang keine Rolle – und sorgt dadurch auch für Wirbel.
Gegenüber "5 Minuten" stellt der Betreiber allerdings klar, dass die Pauschale nur bei einer Bedienung am Tisch verlangt werde. Also im Service-Bereich und nicht beim Einkauf.
Den automatischen Aufschlag begründet der Kärntner Gastronom mit der Situation seiner Mitarbeiter. "Unsere Servicekräfte leben ja vom Trinkgeld", erklärt er. Viele Gäste würden beim Bezahlen mit Karte nicht daran denken, einen zusätzlichen Betrag für die Bedienung zu geben.
Das derzeitige Kartenterminal des Cafés biete zudem keine Möglichkeit, Trinkgeld freiwillig auszuwählen oder dessen Höhe selbst festzulegen.
Die Maßnahme sorgt für Diskussionen unter den Gästen und in den sozialen Medien. Die Meinungen reichen von "Frechheit, gebe Trinkgeld wann ich will" über "Wenn jemand sagt sie Leben ja vom Trinkgeld Leute stimmt nicht!! Sie bekommen wie jeder andere Gehalt am Ende des Monats und wenn es zu wenig ist dann sollte man nicht mehr Trinkgeld geben sondern der Arbeitgeber muss einfach mehr zahlen Punkt" bis hin zu "ist in usa längst usus.....ist so und bleibt".
Möglicherweise wird die Pauschale aber sowieso nicht mehr lange verrechnet. Vor allem jüngere Gäste würden inzwischen auch bei Kartenzahlungen häufiger von sich aus aufrunden.
"Wie ich mir die aktuelle Tendenz anschaue, dann ist es schon so, dass die Leute bei Kartenzahlung selbst aufrunden", sagt der Betreiber. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte das automatisch verrechnete Trinkgeld wieder abgeschafft werden.