Sie betreten den Ort wieder

Kampusch-Familie kehrt ins Haus von Priklopil zurück

Fast 20 Jahre nach der Flucht von Natascha Kampusch kehrt ihre Familie an den Ort zurück, der sie wohl nie loslassen wird: das Haus ihres Entführers.
Heute Entertainment
14.03.2026, 08:45
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Es ist ein Haus, das wie ein Mahnmal gilt. Jetzt sorgt es knapp 20 Jahre nach der Flucht von Natascha Kampusch, sorgt die Familie für einen emotionalen Moment, der tief unter die Haut geht.

ORF-Journalist Christoph Feurstein begleitet die Schwester von Natascha zurück an jenen Ort, der jahrelang ein Gefängnis war: das Haus von Entführer Wolfgang Priklopil.

Gemeinsam mit Kampuschs Schwester Claudia Nestelberger und deren Tochter betreten sie das Gebäude – fast zwei Jahrzehnte nach der spektakulären Flucht der damals jungen Frau.

Die Atmosphäre ist angespannt. Jeder Raum erzählt seine eigene Geschichte.

Schwester zeigt Kleid vom Tag des Verschwindens

Zwischen alten Gegenständen und Erinnerungsstücken wird deutlich, wie schwer dieser Ort auf der Familie lastet. Hier wurde Kampusch achteinhalb Jahre lang gefangen gehalten, nachdem sie 1998 auf dem Weg zur Schule entführt worden war.

Beim Durchsehen der Dinge stoßen sie sogar auf ein Kleidungsstück, das sofort alles zurückholt: das Kleid, das Natascha am Tag ihres Verschwindens getragen hatte.

Während die Dokumentation auch auf die Ermittlungen und die jahrelangen öffentlichen Diskussionen über den Fall zurückblickt, rückt vor allem eines in den Mittelpunkt: der heutige Zustand von Kampusch.

FBI ist sich sicher: Kampusch sagt Wahrheit

Denn: Seit der Flucht wird Natascha immer wieder die Lüge vorgeworfen. Bis heute misstraut man ihr teilweise, ihre Aussagen werden angezeifelt.

Ihre Schwester Nestelberger kümmert sich inzwischen weitgehend um ihre Angelegenheiten und spricht offen über die schwierige Situation: "Jeder weiß, wie Natascha früher vor der Kamera gesprochen hat. Das gibt es jetzt überhaupt nicht mehr. Sie ist meist in einer eigenen Welt. Sie ist wieder in einer Art Gefangenschaft. Es ist herzzerreißend und wir fühlen uns hilflos."

Der Entführungsfall beschäftigt das Land seit Jahrzehnten. Nach Kampuschs Flucht 2006 wurde der Fall mehrfach untersucht – zuletzt sogar unter Beteiligung internationaler Behörden, dem FBI. Das Ergebnis blieb immer gleich: Kampusch sagte die Wahrheit.

Die neue Dokumentation versucht nun, ein umfassendes Bild zu zeigen: von der Entführung über die jahrelangen öffentlichen Zweifel bis zu den Folgen, mit denen die Familie bis heute lebt.

Ausgestrahlt wird "Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit" am 16. März um 20.15 Uhr auf ORF 2.

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