Spät, dafür wenig

3 Jahre nach Erdrutsch - 800 Euro für Kärntner Landwirt

Nachdem er 2023 wegen eines Erdrutsches seinen Hof verlassen musste, wartet ein Landwirt jahrelang auf Hilfe. Die Auszahlung ist dann eher bescheiden.
Österreich Heute
27.07.2026, 16:22
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Im August 2023 hat das Tief Zacharias Kärnten voll erwischt. Teilweise sind bis zu 250 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die Schäden des Unwetters waren enorm. Ein Landwirt aus Unterkärnten musste sogar seinen Hof verlassen – und war damit nicht der Einzige.

Ein Erdrutsch hat gedroht, alles mitzureißen. Bis heute kämpft der Bauer mit den Folgen. Die Sicherungsarbeiten, damit so etwas nicht noch einmal passiert, laufen immer noch und kosten ein kleines Vermögen. Er schätzt, dass er am Ende auf rund 300.000 Euro sitzen bleibt. Schon wenige Wochen nach dem Unglück hat er beim Land um finanzielle Hilfe angesucht, wie kleinezeitung.at berichtet.

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Fast drei Jahre nach den Unwettern hat sich nun endlich etwas getan: Der Unterkärntner hat Post vom Land Kärnten bekommen. Im Betreff stand: "Gewährung einer Beihilfe für Katastrophenschäden im Kalenderjahr 2023".

Begeisterung hält sich in Grenzen

Die Freude war allerdings schnell verflogen. "So etwas soll wirklich drei Jahre dauern?", fragt sich der Landwirt noch immer. Von Soforthilfen oder vom Katastrophenfonds hat er nichts gesehen, erzählt er. Direkt nach dem Unwetter gab es immerhin 1.000 Euro von der Caritas. Jetzt hat das Land 820 Euro überwiesen. "Am Ende sind es noch ein paar Netsch geworden, aber das ist nur ein Bruchteil unserer Schäden. Wie soll sich ein kleiner Betrieb das leisten können?", sagt der Unterkärntner.

Schon für erste Reparaturen waren 20.000 Euro fällig, weitere 20.000 Euro hat die Sanierung der Straße gekostet. Auch die Entwässerung der Grünflächen hat ordentlich Geld gekostet. Die Sicherungsarbeiten, die am Anfang erwähnt wurden, stehen auch noch an. "Ich bin schon sehr enttäuscht. Es wird viel geredet, am Ende wird man aber alleine gelassen. Sogar der Geologe ist nur gekommen, weil ich Druck gemacht habe", klagt der Landwirt.

Genaue Prüfung der Unterlagen

Vom Land heißt es, dass es sich bei dieser Unterstützung um eine Hilfeleistung des Kärntner Nothilfswerks handelt und nicht um eine Soforthilfe. Weil das Geld aus Steuermitteln kommt, müsse alles genau geprüft werden, damit das Geld auch wirklich richtig verwendet wird. Sind bei der Antragstellung Unterlagen nicht vollständig, kann es zu Verzögerungen kommen.

Auch muss bewiesen werden, dass der Schaden tatsächlich behoben wurde. "Da es sich um Individualprüfungen handelt, die im Einzelfall sehr unterschiedliche Schadensausmaße aufweisen, können die Schadenssummen stark variieren. Die Bearbeitungsdauer ist somit stark von der Komplexität des jeweiligen Schadensfalls abhängig", heißt es aus dem Büro von Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ).

Im Jahr 2023 wurden über das Kärntner Nothilfswerk 878 Anträge gestellt. Zehn davon sind derzeit noch in Bearbeitung. Damit so eine Abwicklung in Zukunft nicht mehr mehrere Jahre dauert, wurde das Verfahren jetzt umgestellt. Anstatt jeden Schaden einzeln zu begutachten, soll künftig mit Richtwerten gerechnet werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 27.07.2026, 16:22