Vier junge Männer haben auf einem Schotterplatz in Brixen im Thale eine Katze schwer misshandelt und schließlich getötet. All das filmten sie mit und teilten das Video offenbar anschließend mit Freunden. Zwei Jugendliche aus dem Bezirk Kitzbühel erhielten das brutale Video am 2. Mai über einen Messengerdienst und erstatteten sofort Anzeige.
In dem Handyvideo soll zu sehen gewesen sein, wie die Männer zunächst versucht hätten, die Katze mit einem Bolzenschussgerät zu töten. Als das schwer verletzte Tier noch lebte, schlug einer der Beteiligten laut Ermittlungen mit einer Schneeschaufel auf die Katze ein. Dazu sollen Gelächter und geschmacklose Kommentare zu hören gewesen sein.
Der getötete Kater war kein Streuner. Er trug laut Hunde-Such-Hilfe Österreich und Rechtsanwalt Sascha Flatz den Namen "Puma Bär" und war etwa neun Jahre alt. Er sei seinen Besitzern vor drei Monaten vom Balkon entlaufen, heißt es in einem Facebook-Nachruf: "Die Familie hat ihn intensiv gesucht, aber leider nicht rechtzeitig gefunden… Viel gute Energie zu Dir, süßer Kater, Du spielst bereits schmerzfrei über der Regenbogenbrücke."
Warum die Tat verübt wurde, ist derzeit noch unklar. Rasch konnten die vier Beteiligten jedoch identifiziert werden. Am Donnerstag stellten sich die Verdächtigen schließlich freiwillig der Polizei. Es handelt sich um vier Österreicher im Alter zwischen 16 und 24 Jahren. Laut Polizei zeigten sich alle geständig und reumütig. Die Männer werden nun wegen des Verdachts der Tierquälerei angezeigt.
Schon jetzt gibt es erste Konsequenzen – zumindest für einen der mutmaßlichen Täter. Der Angestellte der Bergbahnen der SkiWelt Wilder Kaiser–Brixental wurde vom Unternehmen sofort nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn vorsorglich suspendiert.
Das Unternehmen äußerte sich dazu auf Facebook in einer Vielzahl an Updates mit harten Worten: "Seit heute Früh laufen von unserer Seite die notwendigen arbeitsrechtlichen Schritte im Zusammenhang mit diesem schweren Fehlverhalten. Wir als Unternehmen prüfen die arbeitsrechtlichen Maßnahmen", heißt es am Freitag. Das Ziel: "Sofortige Entlassung".
"Tierquälerei ist auf das Schärfste zu verurteilen und steht in keinerlei Weise mit den Werten der SkiWelt in Einklang. Wir übernehmen Verantwortung, handeln transparent und kümmern uns aktiv um die Aufarbeitung" – aber alles im gesetzlichen Rahmen, betont die SkiWelt.
Gleichzeitig richten die Betreiber aber auch einen scharfen Appell an ihre derzeit höchst emotional aufgeladene Community: "Wir bitten alle inständig, hört mit eigenen 'Ermittlungen' und öffentlichen Verdächtigungen auf!" Dabei würden auch falsche Informationen und falsche Namen weiterverbreitet – was in massiven Beschimpfungen und sogar Morddrohungen gegen vollkommen unbeteiligte und unschuldige Personen gipfelte.
"Das ist absolut inakzeptabel", stellt die SkiWelt klar. Die Fassungslosigkeit und die Wut könne man nachvollziehen ("Uns geht es nicht anders"), dennoch obliegt die Aufklärung ausschließlich den zuständigen Behörden. "In einem Rechtsstaat ist es wichtig, dass trotz aller Emotionen sachlich und respektvoll miteinander umgegangen wird", betonen die Betreiber. Das gelte auch für den internen Umgang mit dem Vorfall: "Wir handeln nach rechtsstaatlichen Prinzipien – nicht nach den Maßstäben, die Facebook fordert."