Aus Sicht Russlands

"Kaum mehr Grenzen zwischen Ukraine und Europa"

Russland verschärft den Ton gegenüber Europa. Ein Drohnentreffer nahe Polen und Lawrows Warnung heizen die Sorgen in den NATO-Staaten an.
Newsdesk Heute
20.09.2026, 12:07
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Der Krieg in der Ukraine bleibt nicht mehr nur an der Front spürbar. Nach einem Drohnentreffer auf einen ukrainischen Personenzug nur zwei Kilometer vor der polnischen Grenze wächst in Europa die Sorge vor einer weiteren Eskalation. Laut einem Bericht von "20 Minuten" verschwimmen für Moskau die Grenzen zwischen Ukraine und Europa immer stärker.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow verschärfte zuletzt den Ton. Moskau habe keine aggressiven Absichten gegenüber Europa, erklärte er. Sollte es aber zu einem Angriff von EU-Ländern auf Russland kommen, "wäre das eine völlig andere Art von Krieg – und ein sehr kurzer".

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Polens Außenminister Radosław Sikorski wertete den Drohnentreffer nahe der Grenze als Eskalation durch Kremlchef Wladimir Putin. Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha sprach von "Putins Terror, der direkt an die Türen der EU und der NATO klopft". Moskau reagierte scharf und wies die Vorwürfe zurück.

In mehreren europäischen Ländern wird zugleich über hybride Bedrohungen diskutiert. Dazu zählen Cyberangriffe, Sabotage, Drohnenvorfälle und politische Einflussnahme. Die europäischen Partner rücken deshalb enger zusammen, Kritiker vermissen aber weiterhin ein geschlossenes gesamteuropäisches Konzept.

Polens Premierminister Donald Tusk gilt als starker Unterstützer der Ukraine.
Reuters

Auch Deutschland blickt mit Sorge auf solche Vorfälle. Nach dem Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle sprach die Bundesregierung von einem "hybriden Anschlagszenario". Sicherheitsexperten sehen darin den Versuch, die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und Gesellschaften in Europa zu verunsichern.

Denn: Der Kriegstreiber braucht einen Sieg! "Aus Sicht des Kremls ist ein Kriegsende ohne sichtbaren Erfolg keine Option. Nicht zuletzt auch wegen der wirtschaftlichen Lage, Russland kann diesen Krieg nicht ohne schwere wirtschaftliche Schäden jahrelang weiterführen", mahnt Osteuropa-Experte Marcel Hirsiger.

Für Europa bleibt die Lage damit angespannt. Russland bestreitet Angriffspläne gegen europäische Staaten, europäische Regierungen warnen jedoch vor einer Zunahme von Drohungen, Sabotage und Drohnenvorfällen. Klar ist: Der Krieg in der Ukraine hat längst sicherheitspolitische Folgen weit über die Front hinaus.

red,20.09.2026, 12:07