Wer in Wien ins Kabarett geht, braucht normalerweise eine Eintrittskarte. Bei Hans-Peter Arzberger reicht auch ein Rasentrimmer, ein altes Radio oder ein Glas Marmelade.
Der Wiener Prothesenbauer und Kabarettist feiert am 17. Juni in der Kulisse die 100. Vorstellung seines "RessourcenFlohmarkts". Das Besondere: Das Publikum bezahlt nicht mit Geld, sondern bringt einen Gegenstand mit, den es selbst nicht mehr braucht. Dieser wird an der Abendkasse gegen die Eintrittskarte eingetauscht.
Die Idee entstand aus einer alltäglichen Erfahrung. Als eine neue Kaffeemaschine einzog und der Platz im eigenen Haus knapp wurde, begann Arzberger darüber nachzudenken, wie viele Dinge man tatsächlich benötigt. Daraus entwickelte er ein Kabarettprogramm rund um Konsum, Nachhaltigkeit und die Frage, warum sich im Laufe der Jahre so viele Gegenstände ansammeln.
Auf der Bühne beschäftigt sich der Kabarettist mit großen Themen wie Klimaschutz und Ressourcenverbrauch, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben. Stattdessen setzt er auf Humor und überraschende Perspektiven.
Nach der Vorstellung wird weitergetauscht: Die Besucher können ihren mitgebrachten Gegenstand gegen einen anderen eintauschen, den jemand anderer abgegeben hat. So wechseln an einem Abend oft Dutzende Dinge den Besitzer.
Arzberger ist hauptberuflich Prothesenbauer. Zuletzt war er auch daran beteiligt, für ORF-Moderator Andreas Onea eine spezielle Armprothese für dessen Moderationstätigkeit anzupassen. Auf der Bühne und im Beruf beschäftigt ihn dabei dieselbe Frage: Was brauchen Menschen wirklich?
Die Jubiläumsvorstellung findet am 17. Juni in der Kulisse Wien statt. Eine weitere Aufführung ist für September geplant.