Skandal um Hotel-Nachricht

"Keine Juden erlaubt" – Hotel löst Empörung aus

Eine Antwort auf eine Buchungsanfrage aus Israel sorgt in Deutschland für einen Skandal. Jetzt ermittelt die Justiz.
Österreich Heute
04.06.2026, 08:28
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Dieser Satz löste nicht nur bei den Empfängern einen Schock aus: "Sorry, there are no Jews allowed in our hotel" ("Entschuldigung, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt"). Mit dieser Zeile an einen Gast aus Israel hat ein Hotel in Bayern für internationale Empörung gesorgt.

Der Vorfall ereignete sich im "Hotel zum Hirschen" im Ort Lam in der Oberpfalz, das berichtet unter anderem die DPA. Bekannt wurde die Nachricht unter anderem durch die israelische Generalkonsulin für Süddeutschland, Talya Lador-Fresher. Auf der Plattform X fragte sie entsetzt: "Sind wir wieder in den 1930er-Jahren?"

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Das Hotel weist Antisemitismus-Vorwürfe zurück. Juniorchef Andreas Vogl sprach von einem "dummen Irrtum" und einer "falschen Reaktion". Man sei keine Antisemiten, die Nachricht entspreche nicht dem Weltbild des Familienbetriebs, so die Nachrichtenagentur.

Ausrede?

In einer Entschuldigung an den betroffenen Gast erklärte das Hotel, man habe die Anfrage irrtümlich für einen weiteren Betrugsversuch gehalten. Die Betreiber berichten von zahlreichen gefälschten Buchungen und Phishing-Attacken über Buchungsplattformen. Die Formulierung sei dennoch völlig inakzeptabel gewesen und hätte niemals verschickt werden dürfen.

Die Erklärung schützt das Hotel aber nicht vor möglichen Konsequenzen. Die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Im Raum steht der Anfangsverdacht der Volksverhetzung. Der Sachverhalt soll nun vollständig aufgeklärt werden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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Auch Bayerns Antisemitismusbeauftragter Ludwig Spaenle bewertet die Nachricht als eindeutig antisemitische Äußerung. Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert ebenfalls eine strafrechtliche Prüfung.

Zentralratspräsident Josef Schuster fand deutliche Worte. Die Aussage "keine Juden erlaubt" lasse sich unabhängig von jeder Erklärung keinesfalls rechtfertigen. Besonders schockierend sei, dass jemand einen solchen Gedanken nicht nur habe, sondern auch verschriftliche und verschicke.

Hotel von Booking.com entfernt

Die Folgen sind bereits spürbar. Das Hotel ist auf Booking.com nicht mehr auffindbar. Das Unternehmen erklärte, man dulde keinerlei Diskriminierung und habe die Unterkunft deshalb von der Plattform entfernt.

Auch regionale Stellen reagierten. Das Landratsamt Cham und die Marktgemeinde Lam sperrten den Betrieb vorerst auf touristischen Webseiten und nahmen ihn aus dem touristischen Marketing.

Der Familienbetrieb berichtet inzwischen von massiven Reaktionen im Netz. Laut Juniorchef Vogl sei es zu Beschimpfungen und sogar Morddrohungen gekommen.

Gratisurlaub als Entschuldigung

Um den Schaden zu begrenzen, lud das Hotel den betroffenen Gast und dessen Familie für eine Woche kostenlos in die Oberpfalz ein. Man wolle persönlich zeigen, dass man niemanden diskriminiere. Ob der Mann aus Israel das Angebot annimmt, ist offen. Er möchte sich öffentlich nicht äußern.

Der Imageschaden ist jedenfalls enorm. Das Internationale Auschwitz Komitee sprach von weltweiter "Empörung und Trauer" unter Überlebenden der Konzentrations- und Vernichtungslager. Für viele ist der Vorfall weit mehr als nur eine missglückte Nachricht - sondern eine Erinnerung daran, wie verletzend und gefährlich antisemitische Aussagen bis heute wirken können.

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.06.2026, 08:28
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