Eine beispiellose Hitzewelle rollt über Westeuropa. In Großbritannien wurde am Dienstag der bisherige Monatshöchstwert für Mai regelrecht pulverisiert. Im Großraum London wurden 35 Grad erreicht – um volle zwei Grad mehr als der frühere Extremwert von 32,8 Grad.
An der Wetterstation Kew Gardens waren es sogar mehr als 4,5 Grad Plus zum bisherigen Rekord aus 1922 – es war mit 35,1 Grad sogar heißer als jemals im Juni (34,6°C; 1976)!
Es folgte die dritte Nacht in Folge mit neuen Minimumwerten. In Camborene kühlte es gerade einmal auf 21,4 Grad ab – damit erlebte der Südwestzipfel der Insel eine Tropennacht!
Aber nicht nur die britischen Inseln waren betroffen: In zwanzig Ländern Europas werden auch am Dienstag wieder Temperaturen um die 30 Grad und darüber gemessen. An mehreren hundert Messstationen gab es laut ORF-Meteorologe Marcus Wadsak Temperaturen, "wie sie im Mai noch nicht vorgekommen sind" – auch in Österreich.
An mehr als 24 Stationen wurde am Dienstag, dem Höhepunkt der Hitzewelle, die höchste jemals gemessene Maitemperatur registriert. "Ja und wir messen seit 250 Jahren, also das zeigt schon, wie außergewöhnlich das ist", betont der erfahrene Wettermann in einem Videobeitrag auf seinen Social-Media-Kanälen.
Dieses nutzte er auch gleich für eine knallharte Ansage an all jene, die auf solche Nachrichten mit Sprüchen wie "Früher war es auch warm, nix Neues, der Mai hat schon immer solche Temperaturen gebracht" reagieren. Mit diesen Aussagen lägen die Verfasser jedoch falsch:
"Liebe Leute, die ihr so was schreibt. [...] Kurze Erklärung: Wenn etwas das Extremste bisher ist, dann war das früher eben nicht so. Diese Temperaturen, wie wir sie am Dienstag verbreitet in Österreich hatten, die gab's noch nie in Österreich. Das ist schlicht und einfach ein Faktum, auch wenn Erinnerungen und Meinungen Dir manchmal was anderes suggerieren. Das, was wir derzeit erlebt haben, ist einzigartig, beispiellos und extrem heiß", stellt Wadsak unmissverständlich klar.
Schon am Montag hatte der Meteorologe mit einem Clip aus dem ORF-Klo für Aufregung gesorgt. "Zu viel rot in Deiner Temperatur-Karte im Wetter? Wenn das bei Dir Panik auslöst, kann dieses Video helfen", schrieb er dazu. Hintergrund der kuriosen Aufnahme war offenbar die Nachricht eines Users, der sich bei Wadsak über die Farbgebung beschwert hatte.
Dieser antwortete: "Diese Panik ist nicht berechtigt. Die wollen wir Dir jetzt nehmen." Rot als Farbcode für warm habe sich international etabliert, "und das will ich hier zeigen", enthüllt Wadsak den Grund für sein improvisiertes "Klo-Studio". Mit einem Schwenk auf den Wasserhahn zeigt er: "Rot – blau. Blau ist kaltes Wasser, rot ist warmes Wasser. Also keine Panik! Es ist normal, dass wir Dinge, die warm sind, rot einfärben."
Nachsatz mit deutlicher Stimme: "Achtung, für den Menschen, der seine Panik bald los ist, es gibt eine Ausnahme: bei der Ampel, da heißt rot Halt! In diesem Sinne... Stopp, mit manchen Dingen im Internet."