Blumen wachsen in den Himmel, Pflanzen nehmen fantastische Formen an, Wasserfälle verschwinden in geheimnisvollen Landschaften. Was wie ein wilder Fiebertraum aussieht, ist die farbenprächtige Welt von Shara Hughes (45). Ab 9. Oktober zeigt die Albertina in Wien mit "Sink In" erstmals in Österreich eine museale Einzelausstellung der international gefeierten US-Künstlerin.
Doch hinter den knalligen Farben und märchenhaften Motiven steckt mehr als bloße Fantasie. Hughes malt keine realen Orte, sondern ihre eigene Gefühlswelt. Erinnerungen, persönliche Erfahrungen und Stimmungen verwandelt sie in Landschaften, die gleichzeitig vertraut und völlig fremd wirken.
"Shara Hughes malt, was sie fühlt", bringt es die Kuratorin bei der Pressekonferenz auf den Punkt. Für die Künstlerin gehe es vor allem darum, sich mit sich selbst, der Leinwand und ihrer emotionalen Welt auseinanderzusetzen.
Rund ein bis zwei Wochen arbeitet Hughes an einem Werk. Dabei fließt eine ganze Bandbreite an Emotionen in ihre Bilder ein. Dass diese trotz aller inneren Auseinandersetzung oft so fröhlich und lebendig wirken, hat einen einfachen Grund: Beim Malen geht es der Künstlerin gut.
Politische Botschaften sucht man in ihren Werken hingegen vergeblich. Ihre Kunst sei nicht politisch motiviert, erklärte Hughes bei der Pressekonferenz. Vielmehr gehe es ihr darum, Gefühle auszudrücken.
Albertina-Generaldirektor Ralph Gleis betont, dass die Ausstellung auch Menschen ansprechen soll, die sonst nur selten ein Museum besuchen. Denn um in Hughes' Bilder einzutauchen, braucht es kein kunsthistorisches Vorwissen.
"Man bekommt selber Lust, kreativ zu werden", schwärmt Gleis. Zugleich verweist er darauf, dass "Sink In" bereits die neunte Einzelausstellung einer Künstlerin seit seinem Amtsantritt 2025 ist.
Die Ausstellung "Shara Hughes – Sink In" ist von 9. Oktober 2026 bis 28. Februar 2027 in der Albertina in Wien zu sehen.