Der diesjährige Literaturnobelpreis geht an die kanadische Schriftstellerin Anne Carson. Das gab das Nobelpreiskomitee am Donnerstag in Stockholm bekannt.
Die 76-Jährige erhält die renommierte Auszeichnung "für ihr kühnes und einfallsreiches Werk, das im spielerischen Dialog mit der klassischen Tradition neue Formen für die zeitgenössische Literatur geschaffen hat".
Wie die neue Ständige Sekretärin der Schwedischen Akademie, Ingrid Carlberg, mitteilte, verbindet Carson in ihrem literarischen Schaffen die Welt der Antike mit der Gegenwart.
Zu ihren bekanntesten Veröffentlichungen zählt der Versroman "Rot" aus dem Jahr 1998. Darin greift die Autorin die griechische Sage um Geryon und Herakles auf und verarbeitet sie zu einer modernen Geschichte über das Erwachsenwerden.
Carlberg berichtete, sie habe Carson erst wenige Minuten zuvor telefonisch erreicht. Die Schriftstellerin habe überrascht und überglücklich auf die Auszeichnung reagiert. Derzeit halte sie sich in Island auf, wo sie nach eigenen Angaben dem Wind lausche.
Der Literaturnobelpreis ist mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, was ungefähr einer Million Euro entspricht. Im vergangenen Jahr wurde der ungarische Schriftsteller Laszlo Krasznahorkai ausgezeichnet.
Auch Österreich war bereits unter den Preisträgern vertreten: Elfriede Jelinek erhielt den Literaturnobelpreis 2004, Peter Handke wurde 2019 damit geehrt.
Am Freitag wird der Friedensnobelpreis verkündet. Den Abschluss des Nobelpreisreigens bildet am Montag die Bekanntgabe der Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften. Überreicht werden alle Preise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.
Mit Ausnahme des Friedensnobelpreises, der in der norwegischen Hauptstadt Oslo verliehen wird, werden alle Auszeichnungen in Stockholm vergeben.