Es klingt wie Science-Fiction, ist aber im Sommer passiert. Ein KI-Agent von OpenAI entkam bei einem internen Test aus seiner abgesicherten Umgebung. Er gelangte ins offene Internet und griff tagelang fremde Systeme an.
Das ist kein Einzelfall: Laut dem Microsoft Digital Defense Report 2026 planen KI-Agenten Teile von Cyberangriffen inzwischen eigenständig und führen sie auch selbst aus. Auch staatliche Hackergruppen überlassen Agenten bereits das Ausspähen von Zielnetzwerken.
Ein Unternehmen mit Sitz in der Wiener Innenstadt will dafür Lösungen entwickeln. Bisher war die Firma auf sogenannte Post-Quanten-Sicherheit spezialisiert. Dabei geht es um Verschlüsselungsverfahren, die auch künftigen Quantencomputern standhalten sollen.
Klassische Firewalls reichen dafür laut der Firma "Chandal" nicht mehr. Es braucht zusätzlich Regeln dafür, was eine KI darf, welche Daten sie sieht und wo ihre Grenzen liegen.
„Die entscheidende Frage unserer Zeit ist nicht, wie mächtig künstliche Intelligenz wird, sondern wer die Kontrolle darüber behält“Nojus Albrichtas Mitgründer und Geschäftsführer der CHANDAL Quantum Group
Das neue Angebot soll prüfen, was in eine KI hineingeht und was herauskommt. Es soll Angriffe über manipulierte Eingaben abwehren und genau regeln, welche Werkzeuge ein KI-Agent nutzen darf.
Dazu kommen Kontrollen, welche Daten überhaupt in geschützte Systeme gelangen, sowie eine Überwachung, die Angriffe erkennen und eindämmen soll.
Der Grundsatz dahinter: Systeme mit Zugriff auf sensible Daten müssen nachweisbar unter menschlicher Kontrolle bleiben
Chandal setzt dabei auf Technik seines Partners Chelpis Quantum Corporation. Die Lösungen sollen auch komplett lokal und abgeschottet vom Internet laufen können.
Im Visier hat Chandal vor allem Regierungen, Militär, Telekom-Firmen, Banken, Spitäler und Energieversorger. Also genau jene Bereiche, in denen ein Ausfall besonders gefährlich wäre.