Es ist erschreckend: Täter bezahlen, dass Buben und Mädchen vor laufender Kamera missbraucht werden und sie dabei "live" zusehen können. Eine der wohl grausamsten Formen des globalen Kinderporno-Geschäfts, das vor allem auf den Philippinen präsent ist.
Die Täter sitzen dabei oft zu Hause, in einem weit entfernten Land. Eine Spur aus dem Milieu führt nun nach Österreich – mitten ins Regierungsviertel von St. Pölten. Auch hier wurden die schrecklichen Filme auf dem beliebten Inselstaat gestreamt.
Die Spur nach Österreich wurde von Interpol und den USA aufgedeckt, danach ermittelte die Staatsanwaltschaft Wien gegen einen unbekannten "Kunden". Spezialisten des Bundeskriminalamts wurden schließlich fündig: Der Verdächtige soll ein Spitzenbeamter des Landes Niederösterreich sein, Anfang 50, verheiratet und Vater von Kindern.
Wenn du oder jemand in deinem Umfeld von sexueller Gewalt betroffen ist, hol dir Unterstützung. Jede Anfrage bleibt vertraulich.
• Polizei-Notruf: 133
Bei akuter Gefahr sofort die Polizei rufen.
• Notruf Frauennotruf Österreich: 0800 222 555 (rund um die Uhr, kostenlos)
Beratung für Frauen und Mädchen in Krisensituationen.
• Rat auf Draht: 147 (kostenlos, ohne Vorwahl)
Hilfe für Kinder und Jugendliche – anonym und jederzeit erreichbar.
• Männernotruf: 0800 246 247
Unterstützung für Männer in Krisen und Gewaltkonflikten.
• Opferschutzorganisation Weißer Ring: 0800 112 112
Hilfe für Opfer von Straftaten, auch rechtliche Erstberatung.
• Kinder- und Jugendhilfe (Jugendamt): 24-Stunden erreichbar je nach Bundesland
Wenn ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung besteht: sofort melden.
• Online-Beratung:
Rat auf Draht, Frauenhelpline & Weißer Ring bieten auch Chat- oder Mailberatung an.
Wichtig: Wenn du dir unsicher bist oder etwas Verdächtiges beobachtest: lieber einmal zu viel melden als einmal zu wenig. Hilfe holen ist immer richtig.
Laut Ermittlern soll der Mann über mehrere Jahre – mindestens seit 2020 – Live-Missbrauchsvideos konsumiert und dafür bezahlt haben. Der gute Ruf, die Rolle als Familienvater, der gut bezahlte Job – alles eine Fassade.
Haus und Computer des Beamten wurden durchsucht, umfangreiche Datenträger sichergestellt. Die Auswertung läuft noch. Die Vorwürfe wiegen aber schwer – so schwer, dass am ersten Adventsonntag die U-Haft über den Beschuldigten verhängt wurde, wie das Landesgericht Wien der "Krone" bestätigte. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Dem Landesbediensteten wird unter anderem die Bestimmung zum schweren sexuellen Missbrauch von Unmündigen vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen bis zu zehn Jahre Haft. Sein Arbeitsplatz im Regierungsviertel dürfte so schnell nicht wieder besetzt werden.