"Hier geboren, kein Deutsch"

Kindergarten-Kinder sprechen immer schlechter Deutsch

In den Wiener Kindergärten steigt der Sprachförderbedarf stark an: 45,3 Prozent der Kinder brauchen Hilfe – viele bekommen sie nicht.
Thomas Peterthalner
31.03.2026, 05:10
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Eine Anfragebeantwortung von Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) an Abgeordnete der ÖVP Wien sorgt nun für scharfe Kritik. Denn die Kinder in den Wiener Kindergärten sprechen trotz aller Maßnahmen immer schlechter Deutsch.

Trend zeigt nach oben

Jetzt liegen erstmals konkrete Zahlen auf dem Tisch: Im Kindergartenjahr 2025/26 wurde bei 45,3 Prozent der Kinder ein Sprachförderbedarf festgestellt. Von 35.540 Kindern sprachen 16.100 nicht ausreichend Deutsch. Damit setzt sich laut der Anfragebeantwortung im Wiener Gemeinderat ein besorgniserregender Trend fort: 2020/21 lag der Anteil noch bei 37,4 Prozent, dieser stieg in den letzten Jahren aber kontinuierlich an. In einzelnen Bezirken, wie Favoriten oder Fünfhaus, sind die Werte besonders hoch.

"Hier geboren, aber kein Deutsch"

"Tausende Kinder können nicht Deutsch, obwohl sie hier geboren sind und hier aufwachsen. Unsere Forderung ist klar: Jedes hier geborene Kind muss bis zur Schule Deutsch können", so VP-Wien-Klubobmann Harald Zierfuß. "Härtere Kontrollen bei schwindligen Trägern, mehr Deutschförderkräfte und Kindergartenpflicht für Dreijährige mit Deutschproblemen sind der einzige Weg aus der Neos-Bildungsmisere in Wien. Wir können die Zukunft unserer Stadt noch retten!"

Nur sechs neue Förderkräfte

Laut Anfragebeantwortung hat sich die Anzahl der Sprachförderkräfte innerhalb eines Jahres trotz steigenden Bedarfs kaum verändert. Innerhalb eines Jahres wurden nur sechs neue Stellen besetzt. Insgesamt gibt es in den Kindergärten 412 Sprachförderkräfte, laut Plan des Bildungsressorts sollten es eigentlich schon 500 sein.

Keine Hilfe für viele Kinder

Die Folge: Viele betroffene Kinder erhalten gar keine gezielte Unterstützung. Nur 11.608 von 16.100 Kindern mit Sprachförderbedarf bekommen laut VP Wien eine Förderung. Das bedeutet: 27,9 Prozent können ihre Sprachkenntnisse nicht verbessern.

"Transparenz verweigert"

Die VP beklagt fehlende Transparenz. Während Daten zu Schulen veröffentlicht wurden, war das bei den Kindergärten angeblich nicht so. "Diese Transparenz wurde uns bei den Kindergartenstandorten aus nicht nachvollziehbaren Gründen verweigert", so Zierfuß. Die Neos hatten in der Vergangenheit immer wieder von Werten unter 30 Prozent gesprochen. Doch fast jedes zweite Kindergarten-Kind braucht schon Hilfe beim Deutschlernen in Wien.

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