Ansturm im Gemeindebau

Klimaanlagen-Boom – Experte warnt vor Lieferengpässen

Immer mehr Gemeindebau-Bewohner wollen ihre Wohnungen mit Split-Klimaanlagen ausstatten. Ein Experte warnt vor Pfusch und rät zu seriösen Betrieben.
Hannah  Maier
18.07.2026, 11:22
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Seit Kurzem sind Split-Klimaanlagen in Wiener Gemeindebauten erlaubt. Das könnte einen regelrechten Ansturm auslösen. Robert Just, Chief Operating Officer und Vorstandsmitglied der Frauenthal Handel Gruppe, rechnet mit einer steigenden Nachfrage – warnt aber davor, bei Kauf und Einbau auf unseriöse Angebote hereinzufallen.

"Ich finde es gut, dass Klimaanlagen unter strengen Kriterien im Gemeindebau erlaubt sind. Damit schützt man auch die Nachbarn, etwa vor Lärm. Ich glaube, es wird zu einer großen Nachrüstung kommen, allein schon deswegen, weil die Hitzebelastung von Jahr zu Jahr zunimmt", sagt Just im "Heute"-Interview.

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Nachfrage steigt stark

Der Trend zu Klimaanlagen ist laut dem Experten bereits seit Jahren spürbar. Besonders seit Corona sei der Bedarf deutlich gestiegen. "Seit 2024 beobachten wir zweistellige Wachstumsraten bei Split-Klimageräten", erklärt Just, der mit seinem Unternehmen im österreichischen Haustechnik-Großhandel tätig ist.

Lieferengpässe möglich

Mit der Erlaubnis für Gemeindebau-Wohnungen erwartet Just zusätzliche Nachfrage. Kurzfristige Engpässe seien bei einem starken Boom zwar möglich, größere Probleme erwartet er aber nicht. "Bei professionellen Geräten und geschulten Monteuren mache ich mir in Österreich keine Sorge über Engpässe", meint er.

Warnung vor unseriösen Angeboten

Dass Hersteller plötzlich minderwertige Geräte auf den Markt bringen könnten, glaubt Just nicht. Die größere Gefahr sieht er bei der Montage. "Beim Handel habe ich keine Sorge, die Sorge liegt eher bei den Installateuren, dass dann geschlampt wird oder wichtige Teile nicht eingebaut werden", warnt der Experte.

Sein Tipp an Kunden: Nicht unter Zeitdruck kaufen, sondern den Installateur genau prüfen. Zertifizierte Netzwerke wie etwa die "1a-Installateure" könnten eine Orientierung bieten. Auch von spontanen Schnäppchenangeboten oder Käufen über private Plattformen rät Just ab. "Split-Klimaanlagen im österreichischen Fachhandel sind gut, auch über andere Großhändler. Für Willhaben oder den Do-it-yourself-Bereich lege ich keine Hand ins Feuer."

Was kostet eine Klimaanlage?

Eine einfache Split-Klimaanlage beginnt laut Just bei rund 500 bis 600 Euro für das Gerät. "Mit Einbau und Montage kann man mit Kosten ab 1.200/1.300 Euro rechnen. Alles darunter ist unrealistisch", sagt der Experte.

Nicht jede Wohnung darf gekühlt werden

Grundsätzlich könne technisch fast jede Wohnung mit einer Split-Anlage ausgestattet werden. Entscheidend seien aber die Vorgaben des jeweiligen Gebäudes. Im Gemeindebau müsse unter anderem darauf geachtet werden, dass das Außengerät nicht von der Straße sichtbar ist und keine Lärmbelästigung entsteht. Moderne Geräte seien laut Just allerdings sehr leise.

„Engpässe wird es kurzfristig sicher geben. Die gibt es immer bei jedem Boom“
Robert JustChief Operating Officer (COO) und Vorstandsmitglied der Frauenthal Handel Gruppe

Alternative: Mobile Geräte mit Nachteilen

Wenn eine Split-Anlage nicht möglich ist, bleiben mobile Monoblock-Geräte als Alternative. Diese seien jedoch weniger effizient.

Die Stromkosten bei mobilen Geräten sind bei weitem höher als bei Split-Klimaanlagen.
iStock

"Es ist besser als nichts, aber die schlechtere Variante", erklärt Just. Die warme Luft müsse über einen Schlauch nach außen geführt werden, wodurch häufig Fenster geöffnet oder abgedichtet werden müssten. Zudem seien diese Geräte lauter und würden höhere Stromkosten verursachen.

Klimaanlagen werden künftig wichtiger

Just sieht Klimaanlagen nicht nur als Komfortfrage. "Ich rate jedem, der kann, eine zu nehmen, denn es geht ums Wohlbefinden und die Gesundheit", sagt er. Wichtig sei aber eine durchdachte Planung: Bewohner sollten sich beraten lassen, den passenden Standort wählen und einen seriösen Fachbetrieb beauftragen. Wer nicht mitten im Hochsommer kauft, könne zudem bei Montage-Terminen flexibler sein.

Für die Zukunft wünscht sich Just weitere technische Lösungen im Gemeindebau. "Mein Wunsch wäre, dass man noch weiterdenkt. Es wird in Zukunft sicher mehr technische Lösungsansätze brauchen." Eine Möglichkeit wäre etwa, bestimmte Bereiche in Gebäuden für die Aufstellung von Klimageräten zu nutzen. "Bei einigen Gemeindebauten gibt es auf dem Dach einen Trockenraum. Dort könnte man die Klimageräte der Bewohner aufstellen lassen. Dann wäre auch mögliche Lärmbelästigung kein Thema mehr", nennt er als Beispiel.

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