Aus für Kleider-Container

"Immer überfüllt"– nun werden Vintage-Stücke verschenkt

Überfüllung, Verwüstung: Anna Kampl ärgert sich über die Situation der Container neben ihrer Pfarre. Mit der Gemeinde will sie andere Optionen bieten.
Yvonne Mresch
18.07.2026, 10:30
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"Die Altkleidercontainer sind ständig offen und überfüllt, die Kleidung liegt überall herum", ärgert sich Anna Kampl. "Manche Menschen versuchen gezielt, etwas herauszufischen, das ihnen gefällt. Ich verstehe, dass manche Menschen in Not sind und will hier nicht urteilen, aber es ist schwierig. Außerdem hört man immer wieder von Verletzten oder sogar Toten, die in die Container fallen. Hinzu kommt noch die Frage, wohin die Kleidung geht."

"Menschen haben nach Kleidung gefragt"

Die evangelische Pfarrerin leitet die Glaubenskirche in der Braunhubergasse in Wien-Simmering. Nur 20 Meter entfernt befinden sich Altkleidercontainer, die nun entfernt werden sollen ("Heute" berichtete). Der Bedarf sei jedoch da, aufseiten der Spender und der Bedürftigen, ist sich Kampl sicher.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Seit vier Jahren bietet sie in ihrer Gemeinde immer sonntags von 16 bis 19 Uhr (während des Schuljahres) das sogenannte "Warme Platzerl" an – ein offenes Kaffeehaus für Menschen, die von Einsamkeit betroffen sind oder im Winter einen warmen Ort suchen, weil sie sich die Heizkosten nicht leisten können. "Immer wieder wurde ich auch nach Kleidung gefragt", erzählt die Wienerin. "Andere haben erwähnt, dass sie Kleidung hätten, die sie vorbeibringen könnten und wie gut eine Alternative zu den Containern wäre, die so fürchterlich seien. Also habe ich ich gedacht, wir müssen die Sache nun angehen."

Für Kampl geht es bei dem Projekt um Nachhaltigkeit, Menschenwürde und um die Gemeinschaft.
Denise Auer

"Wollen keinen Müll!"

Vor der Kirche baute die Pfarrerin einen Kleidertisch- und Ständer auf. Gespendetes wird hier gratis an Bedürftige vergeben. Kleidung kann Mittwochvormittag von 9 bis 11 sowie sonntags von 16 bis 19 Uhr vorbei gebracht oder abgeholt werden. "Aber natürlich kann man sonst auch vorbeischauen, ob etwas da ist. Richtige Öffnungszeiten haben wir nicht", betont Kampl. "Wenn ich weiß, jemand braucht etwas, oder möchte etwas bringen, machen wir uns das aus."

Angenommen wird allerdings nur Kleidung, die man zwar nicht mehr selbst anzieht, aber die anderen noch eine Freude machen können. "Wir wollen keinen Müll", so die Pfarrerin. "Wir haben schon die Erfahrung gemacht, dass manche Leute einfach ihre Wohnung ausmisten wollen und bestenfalls sollen wir es auch noch abholen. Aber wir nehmen nur gute Sachen an." Nach dem Motto zu spenden "Bedürftige müssen eh alles annehmen", käme für sie nicht in Frage. Dahinter stecke ihre theologische Position: "Wir sehen Menschen mit ihrer Würde und behandeln sie auch dementsprechend. Wir wollen ihnen etwas Gutes tun."

Second Hand ist mordern

Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt für die 45-jährige eine Rolle. "Diese Erde soll es noch länger geben und wir müssen verantwortungsvoll damit umgehen. Ich finde es gut, dass Second Hand jetzt wieder modern wird." Bei dem Projekt geht es für Kampl aber nicht nur um Kleidung: "Man kommt ins Gespräch, manche schauen sich die Kirche an, manche bringen Essen vorbei, man tauscht sich aus, erlebt Gemeinschaft. Das ist schön!"

{title && {title} } ym, {title && {title} } 18.07.2026, 10:30