Ein Punkt aus zwei Spielen, Pfiffe beim Heimdebüt und internationale Häme - Jürgen Klopps Start als Bundestrainer verläuft holprig.
Nach dem 1:1 gegen die Niederlande kassierte Deutschland beim Heimdebüt des 59-Jährigen eine 0:1-Pleite gegen Griechenland. Nach zwei Spielen hält die DFB-Elf damit bei nur einem Punkt in der Nations League.
Nach dem Schlusspfiff in Augsburg war eine interessante Szene zu sehen: Von den Rängen waren vereinzelte Pfiffe zu hören. Klopp stellte sich daraufhin demonstrativ vor seine Spieler.
"Ich stelle mich hin und sie können mich auspfeifen", sagte der Bundestrainer nach der Partie. Seine Spieler schickte er weiter.
Die Niederlage wollte Klopp nicht schönreden. Vor allem vor der Pause fehlten seiner Mannschaft die gewünschten Abläufe. "Fußball braucht Training. Fußball braucht Abläufe", analysierte Klopp. Seine Mannschaft sei zeitweise "ein bisschen wild" gewesen.
In der zweiten Hälfte sah der Deutsche eine Steigerung, doch ausgerechnet Griechenland erzielte in der 74. Minute das einzige Tor des Abends. Dimitrios Kourbelis traf mit einem noch von Joshua Kimmich abgefälschten Schuss zum 1:0.
Klopp nahm das Gegentor mit seinem typischen Wortwitz: "Ich habe nicht damit gerechnet, aber es hat mich jetzt auch nicht überrascht, dass sie am Ende so ein Drecks-Ding noch reinwurschteln."
Panik will Klopp nach seinem Fehlstart keine aufkommen lassen. "Ich bin komplett frei davon", sagte er mit Blick auf das Resultat. Niederlagen gehören für ihn zum Fußball: "Ich habe in meinem Leben viel mehr Spiele verloren, als ich wollte."
Entscheidend sei, was seine Mannschaft daraus mitnimmt. "Solange du die richtigen Schlüsse daraus ziehst, ist das am Ende auch eine Information wie ein Sieg."
Seine Botschaft nach der ersten Niederlage als Bundestrainer: Es gebe "keinen Grund, in Depressionen zu verfallen".