Mit den Sommerferien zieht es viele Österreicher ins Ausland. Doch egal, ob Städtetrip oder gemütlichem Urlaub am Meer – die Reise kann für viele Personen schnell zum Albtraum werden.
Grund sind oft Diebstähle im Urlaubsland. Die ÖAMTC-Reiserechtsexpertin Verena Pronebner gibt Tipps, wie man sich im Ernstfall verhalten sollte und welche Maßnahmen Reisende präventiv treffen können.
Grundsätzlich sollte man bei einem Diebstahl im Ausland immer die örtliche Polizei verständigen und umgehend Anzeige erstatten. Dabei ist es ratsam, sich eine Kopie der Diebstahlsanzeige aushändigen zu lassen. Nur so könne man Ansprüche, etwa bei der Versicherung, geltend machen.
Im Falle von gestohlenem Reisegepäck gibt es Versicherungen, die Wertgegenstände in der Regel mit abdecken. Hier warnt die Expertin jedoch vor einigen Ausnahmen. "Bargeld, Fahrkarten, Dokumente und ähnliches sind meist nicht mitversichert", so Pronebner.
In manchen Fällen würden Haushaltsversicherungen oder Reisegepäckversicherungen eine "Außenversicherung" beinhalten. Diese deckt Einbruchsdiebstähle oder Raub im Urlaub ab. Einfache Diebstähle oder Trickdiebstähle fallen hier nicht darunter. Daher sei es ratsam, sich vor der Abreise über den örtlichen Geltungsbereich der Versicherung zu informieren.
Auch der Diebstahl von Reisedokumenten sollte sofort angezeigt werden. Danach wird empfohlen, Kontakt mit der österreichischen Botschaft oder dem Konsulat aufzunehmen. "Dort erhält man gegen Vorlage der Diebstahlsanzeige einen Notpass. Hilfreich ist hierbei ein Passfoto und eine Kopie des Reisepasses", erklärt die ÖAMTC-Expertin. Sollte es keine österreichische Vertretungsbehörde geben, könne man sich auch bei jeder Botschaft eines anderen EU-Landes melden. In Österreich muss man erneut Anzeige bei der Polizei erstatten, um einen neuen Reisepass zu erhalten.
Im Falle eines gestohlenen Führerscheins ist es etwas komplizierter. Dieser kann nur in Österreich ausgestellt werden. "Ist der Schein weg, sollte man bei der örtlichen Polizei nachfragen, ob man mit Diebstahls- bzw. Verlustanzeige weiterfahren darf." Wenn Kennzeichentafeln entwendet werden, sollte man sich bei der Polizei erkundigen, ob man mit einem selbst nachgebastelten "Ersatztaferl" fahren darf und wie lange.
Schon vor der Abreise können Urlauber einige Maßnahmen treffen, um sich zusätzlichen Ärger zu ersparen. So sollte man die wichtigsten Reisedokumente kopieren und getrennt von den Originalen aufbewahren. Digital gibt es die Möglichkeit, gescannte Dokumente im E-Mail-Postfach, einem Datentresor oder im Cloud-Speicher abzulegen. Bargeld, Bankomat- und Kreditkarten sollten ebenfalls getrennt voneinander aufbewahrt werden. Des Weiteren solle man nicht den Fehler machen und PIN-Codes in der Brieftasche aufbewahren.
Zudem sollte man Telefonnummern für Kartensperrung im Handy einspeichern, zusätzlich aufschreiben und getrennt von den Reisedokumenten aufbewahren. Auch die Seriennummer des Smartphones sollte man sich aufschreiben, um dieses im Falle eines Diebstahls sperren zu lassen.
Als weitere Schutzmaßnahme sollte man das eigene Fahrzeug immer auf einem bewachten Parkplatz abstellen. Wertgegenstände und Gepäckstücke sollte man nicht offen im Auto liegen lassen. Große Geldbeträge sowie Bankomat- und Kreditkarten sollten nicht mitgenommen werden, wenn man sie nicht benötigt.
Um keine Aufmerksamkeit von Dieben auf sich zu ziehen, sollte man nicht mit Bargeld, teurem Schmuck oder Dokumenten in der Öffentlichkeit hantieren. Auch elektronische und teure Geräte sollte man nicht ständig offen zur Schau tragen, sondern sie in Taschen verwahren. An belebten Orten ist es ratsam, Handtasche oder Rucksack geschlossen zu halten und vor dem Körper bzw. unter dem Arm zu tragen. Bargeld, Kreditkarten und Reisepass sollte man in einer Bauch- oder Brusttasche unter der Kleidung tragen.