Nach dem erschütternden Fund hunderter verendeter Schweine in einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten haben Tierschützer am Donnerstag vor Ort der Tiere gedacht. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hielt eine Mahnwache vor jenem Betrieb ab, in dem mindestens 400 Schweine verhungert sein sollen.
Der Fall hatte vergangene Woche für Entsetzen gesorgt: Mindestens 400 tote Schweine wurden laut VGT auf dem Betrieb entdeckt. Rund 1.000 weitere Tiere würden fehlen, lediglich 88 seien lebend gefunden worden. In Medienberichten war von einer psychischen Ausnahmesituation des Betreibers die Rede.
„Hier wurden hunderte lebende, fühlende Tiere über Monate einem schrecklichen Tod überlassen“Isabell EcklVGT-Campaignerin
Der VGT will mit seiner Mahnwache nun vor allem die Tiere in den Mittelpunkt rücken. Zugleich betont sie, dass mentale Gesundheit ein wichtiges Thema sei.
Die Tierschützer stellen angesichts des Falls auch die Kontrollmechanismen infrage. Nach Angaben von Niederösterreichs Tierschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) sei der Betrieb bis Dezember 2025 wiederholt ohne Beanstandungen kontrolliert worden.
„Die Kontrollen sind zu wenige und zu schwach. Die Konsequenzen kaum vorhanden“
Laut VGT sollen bereits im vergangenen Jahr 55 Schweine auf dem Hof erstickt sein. Meldepersonen hätten zudem von weiteren rund 50 toten Tieren im Mai berichtet. Im Juli sei schließlich starker Verwesungsgeruch gemeldet worden. Für den VGT wirft der Fall deshalb grundsätzliche Fragen über den Umgang mit Nutztieren auf. Die Organisation fordert wirksamere Kontrollen und stärkere Konsequenzen bei Verstößen gegen den Tierschutz.