Tigst Assefa hat den Berlin-Marathon gewonnen und in 2:11:04 Stunden einen Streckenrekord aufgestellt. Die Äthiopierin lief über die 42,195 Kilometer die drittschnellste Zeit der Geschichte. Im Finish machten ihr jedoch Schmerzen zu schaffen – der erhoffte Weltrekord blieb außer Reichweite. Am Ende fehlten 68 Sekunden.
Die 29-Jährige hatte sich die Bestmarke vorgenommen. Bei nahezu optimalen Bedingungen lief sie, unterstützt von mehreren Tempomachern und Zehntausenden Fans entlang der Strecke, von Beginn an allein an der Spitze des Frauenfeldes. Auf der zweiten Rennhälfte hielt sie das Tempo hoch und lag zwischenzeitlich rund 30 Sekunden unter der Weltrekordzeit.
Auf dem 40. Kilometer verzog sie allerdings plötzlich schmerzverzerrt das Gesicht und begann zu humpeln. Assefa lief zwar tapfer weiter, aber bald war abzusehen, dass der Rekord damit außer Reichweite war. Im Ziel ging die Läuferin entkräftet zu Boden, musste mit Tränen in den Augen gestützt werden.
Für Assefa war es nach 2022 und 2023 der dritte Sieg in Berlin. Vor drei Jahren hatte sie dort in 2:11:53 Stunden einen Weltrekord aufgestellt. Die Bestmarke hält inzwischen Ruth Chepngetich: Die Kenianerin lief 2024 in Chicago 2:09:56 Stunden. Sie ist derzeit nach einem positiven Dopingtest gesperrt, ihre Rekordzeit hat aber Bestand.