NATO-Ultimatum

Krieg-Kritik – diese Strafe plant Trump für Europa

Trump ist immer noch erbost über die mangelnde Unterstützung Europas bei seinem Krieg im Iran – und erwägt erste Konsequenzen.
Newsdesk Heute
10.04.2026, 09:28
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US-Präsident Donald Trump stürzte die NATO bereits vor einigen Monaten in eine tiefe Krise. Damals hatte er wiederholt und dauernd damit gedroht, Grönland zu annektieren. Also Gebiet, das unter der Herrschaft vom NATO-Verbündeten Dänemark steht. Jetzt folgte der "präventive" Angriff auf den Iran.

Dieser ist gleichermaßen völkerrechtswidrig und bislang nicht vom erhofften Erfolg geprägt. Nach wie vor ist die Straße von Hormus zu, aktiv am unprovozierten Krieg beteiligen will sich freilich keines der anderen Länder – was Trump wiederum zur Weißglut bringt. Am Mittwoch gab es ein intensives Gespräch zwischen ihm und Nato-General Mark Rutte.

Der US-Präsident erwarte sich demnach "innerhalb der nächsten Tage konkrete Zusagen für die Entsendung von Kriegsschiffen" oder anderen militärischen Fähigkeiten aus Europa. Mehrere europäische Diplomaten schildern, nachdem sie über das Treffen unterrichtet wurden, dass diese Forderung einem Ultimatum gleichkommt.

Neue Trump-Drohung

Bei den Folgen ist Trump bekanntlich unberechenbar. Er sieht offenbar "unterlassene Hilfeleistung" und arbeitet dem "Wall Street Journal" zufolge bereits an ersten "Strafen". Die US-Regierung erwäge demnach, Truppen aus jenen Staaten abzuziehen, die sich kritisch über den Krieg geäußert haben.

Das könnte etwa Spanien treffen, das seinen Luftraum sogar für US-Überflüge sperrte. Aber auch Deutschland, wo 30.000 der 80.000 US-Soldaten Europas stationiert sind, könnte betroffen sein. Verteidigungsminister Boris Pistorius sprach davon, dass es "nicht unser Krieg" und "eine Katastrophe" sei.

Merz will Wogen glätten

Bundeskanzler Friedrich Merz versuchte, in einem Gespräch mit Donald Trump am Donnerstag die Wogen etwas zu glätten. Ein möglicher Abzug von US-Truppen aus Deutschland sei dabei kein Thema gewesen. Beide hätten aber über "die Zukunft der Nato" gesprochen.

"Es ist meine feste Absicht, alles zu tun, um auch den Schutz der Nato unter Einschluss der Vereinigten Staaten von Amerika für Europa zu erhalten", sagte Merz. "Dieses Bündnis ist jedenfalls gegenwärtig durch nichts zu ersetzen. Und deswegen habe ich ein hohes Interesse daran, es zu erhalten und es mit dem amerikanischen Präsidenten fortzuentwickeln."

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