Am Pöstlingberg spielte sich ein handfester Immobilien-Disput ab: Schon 2016 sollte in der Merkur-Siedlung ein großer Wohnbau inklusive Tiefgarage entstehen – das Projekt scheiterte am Widerstand der Bewohner. Neun Jahre später startete der nächste Versuch – diesmal als Garage ohne Wohnbau. Kritiker sahen darin den Startschuss für mehr Verbauung, die Siedlung fürchtete um Bäume, Grünflächen und Ruhe.
"Mir war von Anfang an klar, dass es sich bei dieser Garage um ein Trojanisches Pferd handelt", sagt Brita Piovesan von LinzPlus. Die Garage habe "offenbar die weitere Verbauung ermöglichen" sollen – "legitimiert durch einen 20 Jahre alten Bebauungsplan, der unseren heutigen Klima- und Mobilitätszielen klar widerspricht".
Die Stadt zog jetzt die Notbremse: Der Baubewilligungsantrag wurde abgewiesen. Das Vorhaben passe nicht zu Flächenwidmung, Bebauungsplan und Vorgaben – und der angebliche Bedarf war nicht nachvollziehbar. Damit sei der "Pöstlingbergkrimi beendet", freut sich Piovesan.
Das ändere aber nichts daran, "dass die Behörde und der Planungsreferent diese eigentlich leicht durchschaubare List" übersehen hätten, sagt auch Stadtentwickler und Parteikollege Lorenz Potocnik. "Erst unser Aufdecken und Öffentlichmachen sowie der organisierte Widerstand der Anrainer:innen haben die Stadt aus der Passivität geholt."
Auch ihnen fiel jetzt ein Stein vom Herzen: Der Bescheid sei "eine große Erleichterung und Genugtuung" gewesen, erzählt Anrainerin Lydia Maurer. Der Bescheid habe zwei Dinge ganz deutlich gezeigt. Zum einen die "Dreistheit der Bauherren": Die Tiefgarage sei "mehr als sechsmal so groß" geplant gewesen, als es der Bebauungsplan erlaubt hätte.
Der Bedarf sei mit externem Interesse an Stellplätzen begründet worden – obwohl klar festgelegt sei, "dass ein solches Bauwerk den Bedürfnissen der Bewohner dienen muss". Zudem zeige der Bescheid jetzt: "Unser gemeinsames und organisiertes Engagement hat sich gelohnt!"
Und auch bei den Grünen wird gejubelt: Gemeinderat und Planungssprecher Tomislav Pilipović spricht von einem "klaren Sieg für den Naturschutz, den Erhalt des Stadtgrüns sowie die hier wohnenden Menschen". Gerade angesichts der immer heißeren Sommer müsse "alles dafür getan werden, um das bestehende Grün und alte Bäume mit aller Kraft zu schützen". Der Bau der Tiefgarage hätte laut Pilipović genau das Gegenteil zur Folge gehabt und "wäre womöglich nur die Vorstufe für weitere Bauvorhaben gewesen".