Die Anschuldigungen gegen zwei Angeklagte und zusätzlich gegen den streitbaren Politiker wiegen schwer: Die Bestellung des Chefs für das Finanzamt Braunau soll geschoben worden sein. Wöginger habe für einen Parteifreund interveniert. Er sei mehrmals beim früheren Generalsekretär im Finanzministerium, Thomas Schmid, vorstellig geworden.
Die drei Beschuldigten mussten sich deshalb bereits Mitte Oktober verantworten. Das Interesse an der Verhandlung – elf Tage waren dafür anberaumt – war gewaltig. Doch dann die Überraschung: Der Prozess am Landesgericht Linz endete schon nach wenigen Stunden.
Der Grund: Die Männer übernahmen die Verantwortung, wie es auf Amtsdeutsch heißt – die Folge: eine Diversion. Sie kamen, so schien es, mit Zehntausenden Euro Geldbuße und einem blauen Auge davon.
Die Freude währte aber nicht lange: Das Oberlandesgericht Linz hob den Beschluss wieder auf. Dem Erstgericht wurde die Fortsetzung des Verfahrens aufgetragen.
Wöginger gibt sich kämpferisch, er wies zuletzt jede Schuld von sich. Die Diversion habe er nur angenommen, um "schnell zu seiner Arbeit zurückkehren zu können". An Rücktritt denkt der 51-Jährige jedenfalls nicht: "Natürlich bleibe ich Klubobmann." Es gilt die Unschuldsvermutung.