Auf dem Schwarzen Meer

Kroate nach Drohnen-Angriff auf Handelsschiff vermisst

Drohnen trafen seinen Schlafbereich: Ein Kroate wird nach dem Angriff auf einen Tanker im Schwarzen Meer vermisst. Die Suche wurde eingestellt.
23.10.2026, 08:59
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Er dürfte geschlafen haben, als die Drohnen seinen Bereich des Schiffes trafen: Ein 61-jähriger kroatischer Deckoffizier aus Split wird seit einem Angriff auf den Tanker "Wine Trader" im Schwarzen Meer vermisst. Auch sechs weitere Seeleute sind verschwunden. Die Suche nach den Männern wurde inzwischen eingestellt.

Der Angriff ereignete sich am 15. Oktober nahe der rumänischen Küste. Zwölf Besatzungsmitglieder waren an Bord, nur fünf konnten gerettet werden. Ein zweiter kroatischer Seemann überlebte mit oberflächlichen Verbrennungen.

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Drohne traf den Schlafbereich

Wie "Slobodna Dalmacija" unter Berufung auf eine gut informierte Quelle berichtet, hielt sich der 61-Jährige zum Zeitpunkt des Angriffs schlafend im unteren Schiffsbereich auf. Dort befanden sich die Kabinen der Besatzung. Dieser Teil des Tankers wurde direkt getroffen.

Nach einer vorläufigen Rekonstruktion des Schiffsregisters von San Marino, die auf dem Bericht des Kapitäns beruht, schlug zunächst eine Drohne im Unterkunftsbereich ein. Ein Feuer brach aus. Fünf Besatzungsmitglieder, darunter der Kapitän, versuchten, die Flammen mit den Löschpumpen zu bekämpfen. Die übrigen sieben antworteten nicht auf den Besatzungsaufruf.

Zwei weitere Treffer – Löschen unmöglich

Danach trafen zwei weitere Drohnen das Schiff. Eine schlug erneut im Unterkunftsbereich ein, die andere im mittleren Teil des Tankers. Auch das System zur Verteilung des Löschwassers wurde beschädigt. Die Männer konnten den Brand nicht mehr weiter bekämpfen.

Die fünf Seeleute zogen sich auf den Bug zurück und wurden schließlich mit einem Hubschrauber gerettet. Unter ihnen war der zweite Kroate. Er konnte nach der Behandlung seiner Verbrennungen das Krankenhaus verlassen und wurde in einem Hotel untergebracht.

Suche nach sieben Männern eingestellt

Für den Offizier aus Split und sechs Besatzungsmitglieder aus Benin fehlt weiter jede bestätigte Entwarnung. Das kroatische Außenministerium bestätigte, dass die Suche wegen der verstrichenen Zeit eingestellt wurde.

Nach Angaben von Neven Melvan, Generalsekretär der kroatischen Seeleutegewerkschaft, waren die Wetterbedingungen während der Suche sehr schlecht. Er äußerte wenig Hoffnung, die Vermissten noch zu finden.

Tanker war ohne Ladung unterwegs

Die "Wine Trader" fährt unter der Flagge San Marinos. Zum Zeitpunkt des Angriffs befand sie sich rund 13 Seemeilen südöstlich des rumänischen Ortes Sulina und etwa eine Seemeile außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer.

Das Schiff war auf dem Weg zum moldauischen Hafen Giurgiulești, wo es Pflanzenöle laden sollte. Laut rumänischer Schifffahrtsbehörde hatte der Tanker beim Angriff keine Ladung an Bord.

NATO spricht von russischen Drohnen

Wer die Drohnen startete, ist offiziell nicht bestätigt. Der rumänische Präsident Nicușor Dan bestätigte zwar den Angriff, aber nicht die Herkunft der Drohnen. Ein NATO-Militärvertreter ordnete sie gegenüber Reuters Russland zu. Die rumänische Seeleutegewerkschaft erklärte ebenfalls, es habe sich um russische Drohnen vom Typ Geran gehandelt. Rumänien ist NATO-Mitglied.

Russland meldete Angriffe auf zwei Schiffe mit angeblich militärischer Ausrüstung an Bord auf dem Weg nach Odessa, nannte aber keine Schiffsnamen.

Die kroatische Seeleutegewerkschaft fordert inzwischen, das Schwarzmeergebiet entlang Rumäniens und Bulgariens zur Kriegszone zu erklären. Damit könnten Seeleute Fahrten in diesen Bereich ablehnen und entsprechende Schutzrechte beanspruchen. "Auch in der Europäischen Union sterben Menschen", betonte Melvan.

red, 23.10.2026, 08:59