Klaus-Michael Kühne hat die internationale Logistik so stark geprägt wie kaum ein anderer. Nun ist er tot. Laut Kühne+Nagel starb der Unternehmer in der Nacht auf Montag im Alter von 89 Jahren in der Schweiz.
Erst kürzlich wurde das Vermögen von Kühne vom "Handelsblatt" auf rund 23,5 Milliarden Euro geschätzt. Nach seinem Tod stellt sich nun die Frage, wer das Geld erben soll. Der 89-Jährige hatte keine Kinder. Seine Frau Christine lernte er erst kennen, als beide bereits über 50 Jahre alt waren. Sie soll von dem Firmenvermögen jedoch nichts bekommen.
Bereits vor einigen Jahren machte Kühne in einem "Welt"-Interview reinen Tisch. Demnach wird sein Geld an seine "gemeinnützige Stiftung übertragen". Diese verteilt jährlich Dutzende Millionen für wohltätige Zwecke. 42 Prozent der Mittel fließen etwa in den Bereich Logistikausbildung. Für Medizin, Klimaforschung, Opern- und Konzerthäuser sowie weitere Projekte wurden letztes Jahr knapp 69,5 Millionen Euro ausgegeben.
Neben der Stiftung hatte Kühne auch noch seine Holding. Laut Angaben aus einem "FAZ"-Interview besitze diese "die Mehrheit von Kühne + Nagel, 30 Prozent von Hapag-Lloyd, fast 20 Prozent der Lufthansa, 15 Prozent bei Brenntag, Beteiligungen an Flix und Aenova sowie Hotels und zahlreiche Immobilien".
Doch wie geht es jetzt genau mit der Stiftung weiter? Laut Kühne soll den elfköpfigen Stiftungsrat, in dem auch der Ex-Präsident der Deutschen Bundesbank Jens Weidmann sitzt, künftig sein langjähriger Anwalt und Vertrauter Thomas Staehelin leiten. Dieser sei jedoch selbst schon 79 Jahre alt.
Vor zwei Jahren wollte Kühne zu einer möglichen Nachfolge Staehelins noch nichts sagen. Es gebe allerdings mehrere Kandidaten. Stiftungsrat und Vorstandsvorsitzender der Axa-Versicherung, Thomas Buberl gilt als möglicher Nachfolger. Aber auch Kühnes Ehefrau, die ebenfalls im Vorstand sitzt, hat gute Chancen.