Beim Streit um Social Media für Kinder dürfte jetzt Schluss mit dem Hin und Her sein. Wie berichtet läuft in der Regierung jetzt alles auf eine Altersgrenze bis 14 Jahren hinaus – und aus Oberösterreich kommt dafür nun ein lautes Ja. Die Kinderfreunde OÖ stellen sich klar hinter den Plan.
Die angekündigte Regel sei aus ihrer Sicht "längst überfällig". Digitale Medien seien aus dem Alltag junger Menschen nicht mehr wegzudenken – "umso wichtiger ist es, klare Regeln zu schaffen, die Kinder wirksam schützen", sagt Helmut Gotthartsleitner, Vorsitzender der Kinderfreunde Oberösterreich. Er betont: "Eine Altersgrenze ist kein Selbstzweck, sondern ein notwendiger Schritt, um Kinderrechte auch online durchzusetzen."
Sorge bereiten den Kinderfreunden vor allem die Mechanismen vieler Plattformen. Diese seien so aufgebaut, dass Kinder und Jugendliche möglichst lange online bleiben – mit teils massiven Auswirkungen auf Verhalten und Psyche.
"Wir sehen täglich, wie sehr Kinder unter dem Druck digitaler Plattformen stehen, von unrealistischen Körperbildern bis hin zu Cybermobbing", so Gotthartsleitner. Hier brauche es "endlich klare Grenzen und konsequente Kontrolle".
Deutliche Kritik gibt es auch an den großen Tech-Konzernen. Deren Geschäftsmodelle seien auf maximale Aufmerksamkeit und Gewinn ausgerichtet – oft auf Kosten der jüngsten Nutzer, heißt es. Die Kinderfreunde fordern deshalb strengere Regeln für die Anbieter selbst. Es brauche klare Vorgaben und mehr Verantwortung der Plattformbetreiber für Inhalte und Algorithmen.
Auch bei den Kleinsten sehen die Kinderfreunde Handlungsbedarf: Für Kinder zwischen 0 und 3 Jahren sprechen sie sich für ein möglichst bildschirmfreies Aufwachsen aus: "Gerade in den ersten Lebensjahren brauchen Kinder reale Beziehungen, Bewegung und direkte Erfahrungen, keine Bildschirme", betont Geschäftsführer Reinhold Medicus-Michetschläger.
Neben der Altersgrenze drängt die Organisation auf weitere Maßnahmen – darunter mehr Medienbildung, Unterstützung für Eltern sowie handyfreie Räume und sogenannte Detox-Projekte. Für die Kinderfreunde ist klar: Die Altersgrenze wäre ein wichtiger erster Schritt, ausreichend sei sie aber nicht. Es brauche "weitere konsequente Maßnahmen", um Kinder im digitalen Raum wirksam zu schützen.