"Klare Regeln festlegen"

Social-Media-Verbot – VP-Politikerin macht jetzt Druck

Lange gefordert, jetzt kurz vor der Umsetzung: Das Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige steht vor der Tür. Aus OÖ gibt es dafür großen Zuspruch.
Lea Strauch
04.02.2026, 16:20
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Handy an, Welt aus: für viele Kids ist Social Media längst Alltag. Doch bald soll Schluss damit sein: In Österreich soll im Idealfall noch heuer ein Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige kommen. Aus Oberösterreich gibt es dafür lauten Applaus.

"Begrüße es sehr"

Bildungslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) plädiert wie berichtet schon lange für eine solche Regelung, orientierte sich dabei am Vorbild Australien. Gegenüber "Heute" macht sie klar: "Ich begrüße es sehr, dass das Social Media Verbot für Kinder und Jugendliche, für welches ich schon lange eintrete, nunmehr auf der Agenda der Bundesregierung steht."

Warum sie so vehement dafür ist? "Die Gefahr durch Social Media für Jugendliche ist keineswegs abstrakt", sagt die LH-Stellvertreterin. Es gehe längst nicht mehr um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem.

Social-Media-Verbot in Australien

Australien machte als erstes Land der Welt den radikalen Schritt im Kampf gegen exzessive Online-Nutzung junger Menschen: Seit 10. Dezember ist dort Social Media für Unter-16-Jährige gesetzlich verboten. Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat dürfen Minderjährigen keinen Zugang mehr ermöglichen – andernfalls drohen hohe Strafen.

Rund 200.000 Konten wurden kurz danach alleine auf TikTok gelöscht, auf Facebook und Instagram waren es noch einmal um die 500.000 Konten. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche besser vor psychischen Belastungen, Suchtverhalten und problematischen Online-Erfahrungen zu schützen.

Sie verweist dabei auf aktuelle Zahlen: Ein WHO-Bericht zeige, dass rund elf Prozent der Jugendlichen in Europa bereits Anzeichen problematischer Nutzung aufweisen, "was negative Folgen für ihre psychische Gesundheit haben kann", so Haberlander.

Gesetz noch bis zum Sommer

Besonders brisant sei auch das Thema Mobbing: Davon seien Schüler "heute viel stärker betroffen als frühere Generationen, was auch mit Social Media zusammenhängt". Schule und Gesellschaft stünden dadurch vor ganz neuen Problemen. Für sie ist klar, dass gehandelt werden muss: "Es ist die Aufgabe des Gesetzgebers, hier klare Regeln festzulegen, um die Kinder zu schützen und den Eltern Orientierung zu geben."

Zwar laufen auch auf EU-Ebene aktuell Vorbereitungen für eine Altersbeschränkung, so lange will Österreich aber nicht warten: Bis zum Sommer soll der Gesetzesentwurf schon stehen – in Kraft treten könnte das Verbot dann schon im Herbst.

Die Details des Verbots sind derzeit noch relativ unklar. Der Kern – eine Altersbeschränkung – ist jedenfalls fix. Ob die im Endeffekt ab 14 oder 15 Jahren gelten soll, wird jetzt noch definiert. Im Fokus stehen vor allem Plattformen, die Inhalte per Algorithmus ausspielen – etwa TikTok oder Snapchat.

{title && {title} } Lstr, {title && {title} } 04.02.2026, 16:20
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