Wer die langen, hellen Abende liebt, sollte den 21. Juni besonders genießen. Mit der Sommersonnenwende erreicht die Tageslichtdauer in Österreich ihren Höhepunkt. Gleichzeitig beginnt der kalendarische Sommer – und ab sofort werden die Tage wieder kürzer.
Die vergangenen Wochen wurden die Tage immer länger. Am Samstag, dem 21. Juni, erreicht die Sonne ihren höchsten Stand des Jahres. In Wien geht sie bereits um 4.42 Uhr auf und erst um 20.59 Uhr wieder unter. Damit spendet sie mehr als 16 Stunden lang Tageslicht.
Für Frühaufsteher und Sonnenanbeter ist das die schönste Zeit des Jahres. Doch mit der Sommersonnenwende endet die Phase der länger werdenden Tage. Von nun an verschiebt sich der Sonnenlauf wieder langsam: Die Sonne geht morgens später auf und abends etwas früher unter.
Die Sommersonnenwende fasziniert die Menschen seit Jahrtausenden. Schon frühe Hochkulturen beobachteten das Phänomen genau. Historiker gehen davon aus, dass bereits der rund 9.000 Jahre alte Turm von Jericho auf Kenntnisse der Sonnenwende hindeutet.
Der 21. Juni markiert nicht nur astronomisch den Sommerbeginn, sondern ist auch eng mit traditionellem Brauchtum verbunden. Die Sonnenwende zählt seit 2010 zum Unesco-Weltkulturerbe und wird in vielen Regionen Österreichs bis heute gefeiert.
Rund um den längsten Tag des Jahres werden vielerorts Sonnwendfeuer entzündet. Traditionell bestehen sie aus Holz, Stroh und anderen brennbaren Materialien. Besonders beliebt sind die Feuer auf Berggipfeln, etwa am Feuerkogel in Oberösterreich oder am Wilden Kaiser in Tirol.
Tausende Besucherinnen und Besucher strömen jedes Jahr zu den Veranstaltungen, um das eindrucksvolle Schauspiel zu erleben.
Die Wurzeln der Sonnwendfeuer reichen bis in die frühchristliche Zeit zurück. Nach altem Volksglauben sollten die Flammen Krankheiten, Unglück und böse Einflüsse fernhalten.
Auch wenn heute vor allem das gesellige Beisammensein im Mittelpunkt steht, lebt die jahrhundertealte Tradition weiter – und sorgt Jahr für Jahr für eindrucksvolle Bilder zum längsten Tag des Jahres.