Polit-Beben bei Schwarz-Blau

Landes-Vize völlig überraschend vor dem Rücktritt

Polit-Beben in Salzburg: ÖVP-Landes-Vize Stefan Schnöll (38) steht überraschend vor dem Rückzug aus der Politik.
Newsdesk Heute
19.09.2026, 18:05
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Damit hatte in Salzburg kaum jemand gerechnet: Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll steht offenbar unmittelbar vor seinem Rückzug aus der Politik – das berichtet der ORF. Der erst 38-jährige ÖVP-Politiker soll seine Entscheidung am Montagabend im Parteipräsidium bekanntgeben.

Den "Salzburger Nachrichten" wurde indes aus ÖVP-Kreisen bestätigt: "Die Beziehung zu Landeshauptfrau Karoline Edtstadler hat in den vergangenen Monaten Risse bekommen, aus diesem Grund hat sich Schnöll aktiver um einen Job in der Privatwirtschaft bemüht."

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Aus seinem Büro gibt es vorerst nur ein knappes "Kein Kommentar". Schnöll selbst war am Samstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Am Montag soll jedenfalls der genaue Fahrplan des Rückzugs ausgearbeitet werden.

Zeitpunkt überrascht

Der Zeitpunkt sorgt für Überraschung. Zwar hatte Schnöll nie ein Geheimnis daraus gemacht, nicht sein gesamtes Berufsleben in der Politik verbringen zu wollen. Dass der Landes-Vize aber gerade jetzt einen Schlussstrich ziehen dürfte, kommt dennoch aus dem Nichts.

Besonders bemerkenswert: Mit Schnöll würde einer jener Politiker gehen, die weit über die eigenen Parteigrenzen hinaus Anerkennung genießen. Der ÖVP-Mann gilt nicht nur innerhalb der Salzburger Volkspartei als hoch angesehen. Auch bei Vertretern anderer Parteien genießt er Vertrauen.

Der 38-Jährige verantwortet unter anderem Verkehr, Infrastruktur und den Salzburger Flughafen. Vor allem beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs setzte Schnöll in den vergangenen Jahren Akzente. Auch gegenüber dem Bund konnte er immer wieder Projekte und Zusagen für Salzburg erreichen.

Als Nachfolger gehandelt

Einen herben Rückschlag musste Schnöll allerdings beim S-Link einstecken. Bei der Volksbefragung Ende 2024 sprach sich eine Mehrheit gegen das milliardenschwere Verkehrsprojekt aus. Politisch überstand Schnöll die Niederlage dennoch.

Schnöll war lange als möglicher Nachfolger des früheren Landeshauptmanns Wilfried Haslauer gehandelt worden. Nachdem er auf eine Kandidatur verzichtet hatte, übernahm Karoline Edtstadler die Salzburger ÖVP und wurde Landeshauptfrau. Schnöll blieb als ihr Stellvertreter ein Schwergewicht in der schwarz-blauen Landesregierung.

Schlusspunkt: Ganz unerwartet kommt nur eines nicht: Schnöll hatte schon länger betont, mehr Zeit für seine Familie haben zu wollen. Mit gerade einmal 38 Jahren dürfte für ihn nun ein völlig neues Kapitel beginnen.

red,Akt. 19.09.2026, 18:12, 19.09.2026, 18:05