Nach dem Legionellen-Ausbruch im Großraum Linz mit bisher drei Todesopfern gibt es nun auch einen Infektionsfall in Niederösterreich. Betroffen ist eine Bewohnerin einer betreuten Wohnanlage im Bezirk Amstetten.
Wie die NÖN berichten, wird die Frau derzeit im Landesklinikum Amstetten behandelt. Das Spital meldete die Infektion der zuständigen Behörde. Wo sich die Patientin angesteckt hat, ist noch nicht geklärt.
Die Behörden untersuchen derzeit das Wasser in jener betreuten Wohnanlage, in der die Frau lebt. "Wir haben als Sanitätsbehörde alle notwendigen Schritte eingeleitet, um in Zusammenarbeit mit der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH) die Quelle der Infektion ausfindig zu machen", erklärt Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer in den NÖN.
Die einzelnen Wohnungen der Anlage verfügen über eigene Wasserkreisläufe und Wärmetauscher. Für die anderen Bewohner bestehe laut Amtsarzt deshalb keine unmittelbare Gefahr.
"Zudem wissen wir nicht, ob sich die Frau wirklich dort infiziert hat oder anderswo. Das ist auch Teil der Erhebungen", sagt Gerersdorfer.
Über den aktuellen Gesundheitszustand der Patientin gibt es keine Angaben. Berichte von Angehörigen über ein vorläufiges Duschverbot in der Anlage konnten nicht bestätigt werden. Die Behörde hat eine solche Maßnahme jedenfalls nicht angeordnet.
Legionellen kommen von Natur aus in geringer Konzentration im Wasser vor. Unter bestimmten Bedingungen können sich die Bakterien allerdings stark vermehren – etwa bei großer Hitze, in Warmwasseranlagen großer Gebäude oder in künstlichen wasserführenden Systemen.
Eine Infektion kann die sogenannte Legionärskrankheit auslösen. Dabei handelt es sich um eine schwere Form der Lungenentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden muss.
Es gibt allerdings auch mildere Verläufe ohne Lungenentzündung. Das sogenannte Pontiac-Fieber klingt meist innerhalb von zwei bis fünf Tagen von selbst ab. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucherinnen und Raucher.
Unterdessen laufen die Untersuchungen nach dem Legionellen-Ausbruch im Großraum Linz weiter. Mittlerweile sind 32 Erkrankungsfälle bekannt, drei Menschen sind gestorben. Fünf Patienten werden noch stationär behandelt.
Die Behörden haben rund 200 Wasserproben aus Haushalten, Betrieben, Unterkünften und technischen Anlagen genommen. Bei einer Kühlanlage eines Gewerbebetriebs im Raum Linz-Leonding wurden relevante Legionellen nachgewiesen. Die Anlage wurde stillgelegt und desinfiziert. Nach der Reinigung soll sie erneut untersucht werden.
Bei einer weiteren Kühlanlage östlich der A7 waren ebenfalls Legionellen gefunden worden. Nach aktuellem Stand gibt es allerdings keinen mikrobiologischen Hinweis auf einen Zusammenhang mit dem Ausbruch.