Dutzende Jobs betroffen

Traditionsfirma schlittert in Millionen-Insolvenz

Die Grundmann Schlosswarenfabrik in Hainfeld hat ein Sanierungsverfahren beantragt. Die Schulden liegen bei 9,5 Millionen Euro.
Österreich Heute
04.09.2026, 18:49
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Nächste Millionen-Insolvenz in Niederösterreich: Die Rohrbacher Schlosswarenfabrik Wilh. Grundmann GmbH mit Sitz in Hainfeld hat beim Landesgericht St. Pölten ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Das Insolvenzverfahren wurde vom Gericht allerdings noch nicht eröffnet.

Für 63 Mitarbeiter beginnt damit eine ungewisse Zeit. Das Unternehmen blickt auf eine lange Tradition zurück und setzt nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten auf "Markenprodukte made in Austria".

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Grundmann stellt Schlösser, Türbeschläge und Komponenten für Türen und Fenster her. Auch mechatronische Schließsysteme gehören zum Geschäft. Die Produktion reicht von der Metallbearbeitung und Oberflächenveredelung bis zur Herstellung von Teilen aus Messing, Zink und Aluminium. Kunden werden in ganz Österreich beliefert.

9,5 Millionen Euro Verbindlichkeiten

Die wirtschaftliche Lage ist angespannt. Laut den vorliegenden Unterlagen stehen Verbindlichkeiten von rund 9,5 Millionen Euro einem Vermögen von rund 7,72 Millionen Euro gegenüber. Rechnerisch ergibt sich damit eine Überschuldung von rund 1,78 Millionen Euro.

Zum Vermögen zählen unter anderem für den Betrieb notwendige Liegenschaften, Maschinen und Anlagen sowie Lagerbestände und offene Forderungen. Die Liegenschaften sind allerdings zugunsten finanzierender Banken belastet.

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Mehrere Probleme kamen zusammen

Für die finanzielle Schieflage nennt das Unternehmen gleich mehrere Gründe. Die stark gestiegenen Lohnkosten in der Metallindustrie und deutlich höhere Energiepreise hätten den Betrieb belastet.

Dazu kommen hohe Fremdfinanzierungen für Investitionen und daraus resultierende Liquiditätsengpässe. Auch der Aufbau eines zusätzlichen Geschäftsfeldes sorgte laut Antragstellerin für Schwierigkeiten: Neben dem traditionellen Geschäft mit Schlössern und Beschlägen werden mittlerweile auch Spirituosen produziert und abgefüllt.

Weitere Belastungen seien erhebliche Mehrkosten durch Baumängel bei einer neu errichteten Produktionshalle gewesen. Gleichzeitig verlor das Unternehmen erfahrene Mitarbeiter durch Pensionierungen.

Firma soll weitergeführt werden

Das Aus soll die Insolvenz nicht bedeuten. Grundmann strebt eine Fortführung und Sanierung des Unternehmens an.

Den Gläubigern soll ein Sanierungsplan angeboten werden. Vorgesehen ist eine Quote von 20 Prozent, die innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Sanierungsplans bezahlt werden soll.

Ob dieser Weg umgesetzt werden kann, ist derzeit noch offen. Zunächst muss das beantragte Insolvenzverfahren vom Landesgericht St. Pölten eröffnet werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.09.2026, 18:49