Alexander Manninger hat nur wenige Tage vor seinem tragischen Tod noch einmal bewegende Einblicke in seine Karriere gegeben und dabei vor allem seine Zeit bei Arsenal und Liverpool in den höchsten Tönen gelobt.
Der ehemalige ÖFB-Teamtorhüter war am Donnerstag im Alter von 48 Jahren bei einem Unfall in seiner Heimat in Salzburg ums Leben gekommen. An einem unbeschrankten Bahnübergang in Nußdorf am Haunsberg wurde sein Auto von einer Lokalbahn erfasst. Die Nachricht löste international große Betroffenheit aus.
Dabei hatte Manninger erst Anfang des Monats der "Gazzetta dello Sport" ein ausführliches Interview gegeben. Darin blickte er auf die Höhepunkte und Rückschläge seiner Laufbahn zurück mit besonderer Wärme erinnerte er sich an seine Zeit in England.
1997 wechselte der damals erst 20-Jährige zu Arsenal und wurde damit zum ersten Österreicher in der Premier League. "Es begeistert mich noch immer, wenn ich daran denke. Ich war ein junger Bursche", erzählte Manninger. Unter Trainer Arsène Wenger, der gezielt auf junge internationale Spieler setzte, fand er schnell seinen Platz. "Trotz meines Alters war ich im Tor ruhig. Vor mir stand mit Tony Adams ein absoluter Leader – von ihm habe ich enorm viel gelernt."
Mit den "Gunners" gewann Manninger 1998 das Double aus Meisterschaft und FA Cup und kam in vier Saisonen auf insgesamt 64 Einsätze. Dennoch blieb ein kleiner Wermutstropfen: "Mein einziger Fehler war vielleicht, dass ich zu früh gegangen bin. Aber ich wollte unbedingt spielen."
Seine Karriere führte ihn danach quer durch Europa unter anderem zu Fiorentina, Juventus, Bologna und Augsburg. Insgesamt absolvierte Manninger 309 Pflichtspiele und spielte auch 33-mal für das österreichische Nationalteam.
Seinen letzten Karriereabschnitt verbrachte er bei Liverpool unter Jürgen Klopp. Zwar kam er dort nicht mehr zum Einsatz, dennoch blieb ihm diese Zeit in besonderer Erinnerung. "Alles begann mit einem Anruf. Jürgen wusste genau, wer ich bin", erzählte Manninger. "Er sagte: 'Du hast damals gegen uns alles gehalten – das will ich auch bei mir sehen.'"
Auch ohne Spielminute war der Abschied für ihn emotional: "Ich war 40 Jahre alt, aber mich vor der Kop von den Fans zu verabschieden, war ein unglaubliches Gefühl."
Nach seinem Karriereende schlug Manninger einen völlig neuen Weg ein. Der gelernte Tischler gründete in Österreich ein eigenes Unternehmen und widmete sich der Renovierung von Häusern.