In der Nacht auf den Internationalen Holocaust-Gedenktag (27. Jänner) kam es am Dr.-Karl-Lueger-Platz zu einer Protestaktion. Unbekannte jüdische Aktivisten hüllten das Denkmal des früheren Wiener Bürgermeisters Karl Lueger vollständig in schwarzes Nylon. Zusätzlich wurde ein Banner mit der Aufschrift "ABREISSEN" – auf Deutsch und Hebräisch – vor dem Kopf der Statue angebracht. Das Denkmal war dadurch nicht mehr sichtbar.
Die Aktion richtet sich gegen die seit Jahren anhaltende öffentliche Ehrung Karl Luegers. Der ehemalige Bürgermeister gilt als Wegbereiter des politischen Antisemitismus in Wien und als ideologisches Vorbild Adolf Hitlers, der ihn in "Mein Kampf" ausdrücklich lobte. Vertreter der jüdischen Community sowie Shoah-Überlebende fordern seit Langem die Entfernung des Denkmals und die Errichtung eines Holocaust-Mahnmals an dieser Stelle.
"Dass eine Statue von einem Antisemiten und Hitler Idol im Jahr 2026 geputzt und geneigt wird geht uns nicht in den Kopf. Karl Lueger gehört abgerissen und nicht kontextualisiert", sagt Lia Guttmann, Co-Präsidentin der Jüdischen österreichischen HochschülerInnen.
Auch ihre Co-Präsidentin Milli Li Rabinovici erklärt: "Deshalb haben gestern Nacht jüdische Aktivisten die Statue komplett in schwarzes Nylon eingehüllt und ein Banner mit der Aufschrift "ABREISSEN" auf Deutsch und Hebräisch platziert. Somit wurde Karl Lueger komplett aus dem Stadtbild entfernt."
Das Lueger-Denkmal ist seit Jahren Gegenstand heftiger Diskussionen, Proteste und politischer Debatten. Die nächtliche Aktion verleiht der Forderung nach einem Abriss nun erneut Nachdruck.