Ein Luftleck im russischen Teil der Internationalen Raumstation hat am Freitag einen Alarm ausgelöst. Fünf Astronauten mussten sich vorsorglich in ein angedocktes Raumschiff zurückziehen und auf eine mögliche Evakuierung vorbereiten.
Betroffen waren die vier Mitglieder der SpaceX-Crew 12 sowie der NASA-Astronaut Chris Williams. Sie wurden angewiesen, sich während der Arbeiten im Dragon-Raumschiff in Sicherheit zu bringen.
Das Leck trat laut NASA im Transfertunnel des russischen Zvezda-Servicemoduls auf. NASA-Sprecherin Bethany Stevens erklärte: "Der Transfertunnel des Zvezda-Servicemoduls, bekannt als PrK, leidet seit einiger Zeit unter Rissen und Lecks, die von Roskosmos bis heute so weit wie möglich abgemildert wurden."
Die Schäden seien der US-Raumfahrtbehörde seit Längerem bekannt. Laut Stevens seien die Risse "schon immer ein Grund zur Sorge", weshalb die Situation genau überwacht werde.
Während die Astronauten im Dragon-Raumschiff Schutz suchten, arbeitete ein russisches Besatzungsmitglied daran, die undichte Stelle zu reparieren. Auf X schrieb Stevens: "Nach dem Auftreten neuer Lecks hat Roskosmos beschlossen, am Freitag, dem 5. Juni, eine umfassendere Reparatur durchzuführen. Vorsorglich hat die NASA alle vier Mitglieder der SpaceX Crew-12 sowie den NASA-Astronauten Chris Williams angewiesen, während der Reparaturarbeiten im Dragon-Raumschiff erhöhte Sicherheitsvorkehrungen zu treffen."
Die Lage entspannte sich jedoch wenig später wieder. In einem weiteren Beitrag teilte die NASA-Sprecherin mit, dass Roskosmos die Arbeiten vorerst unterbrochen habe, um zusätzliche Messungen vorzunehmen und weitere Daten zu sammeln.
Daraufhin konnten die fünf Raumfahrer in die Raumstation zurückkehren. Auch von russischer Seite wurde Entwarnung gegeben. In einer Mitteilung von Roskosmos hieß es: "Die Sicherheit der Besatzung und der Bordsysteme ist nicht gefährdet, der Druck an Bord der ISS ist stabil und wird auf dem vorgesehenen Niveau gehalten."
Die Internationale Raumstation ist seit rund 25 Jahren dauerhaft bemannt. Probleme mit Luftlecks gab es in der Vergangenheit bereits mehrfach, darunter auch am Zvezda-Modul. Zudem musste die ISS in den vergangenen Jahren wiederholt wegen möglicher Kollisionen mit Weltraumschrott in Alarmbereitschaft versetzt werden.