Viele greifen gerne zu prickelndem Wasser statt zu stillem. Doch um das beliebte Getränk ranken sich hartnäckige Mythen: Kohlensäure soll den Zahnschmelz angreifen, den Körper übersäuern und sogar dick machen. Aber stimmt das?
Die gute Nachricht vorweg: Kohlensäure ist weit weniger gefährlich, als ihr Name vermuten lässt. Das CO₂ hat keine schädlichen Auswirkungen auf den Körper - darüber sind sich Fachleute einig.
Wie utopia.de berichtet, gibt es für die gängigen Befürchtungen kaum wissenschaftliche Belege. Wir haben die vier wichtigsten Mythen unter die Lupe genommen.
Deutsche und amerikanische Zahnärzte geben hier Entwarnung. Zwar gibt es eine koreanische Studie, die ein Risiko für versiegelten Zahnschmelz sieht - doch in der Praxis hat sich das bisher nicht bestätigt. Anders sieht es bei Getränken mit Zitronen- oder Phosphorsäure aus: Cola und andere Softdrinks können den Zahnschmelz tatsächlich angreifen.
Egal, ob mit oder ohne Kohlensäure: Wasser enthält keine Kalorien. Eine oft zitierte Studie aus dem Jahr 2017 legte zwar einen Zusammenhang nahe, wurde aber nur mit 16 Ratten und 20 Studenten durchgeführt. Die Ergebnisse sind damit nicht aussagekräftig genug. Tatsächlich kann Wasser vor dem Essen sogar zu einem Sättigungsgefühl beitragen.
Für die meisten Menschen ist Sprudelwasser unbedenklich. Das Gas muss zwar irgendwie raus, etwa durch Aufstoßen oder über die Lunge, doch gefährlich ist das nicht. Wer allerdings unter Sodbrennen oder einem empfindlichen Magen leidet, sollte besser zu stillem Wasser greifen.
Sprudelwasser hat zwar einen niedrigeren pH-Wert als stilles Wasser - doch das macht den Körper nicht sauer. Der Grund: Die Kohlensäure ist instabil und zerfällt sehr schnell in CO₂ und Wasser. Beim Öffnen der Flasche entweicht sie bereits zischend, der Rest wird im Körper abgebaut.
Wasser mit Kohlensäure macht nicht dick und ist keinesfalls ungesund. Wer es mag, kann bedenkenlos zugreifen. Besonders umweltfreundlich: Leitungswasser mit einem Wassersprudler aufbereiten, statt schwere Kisten zu kaufen.