"Allerschlechteste Lösung"

"Märchengeschichte!" Auto-Experte warnt in "ZiB2" alle

Das geplante Verbrenner-Aus ab 2035 wackelt – und sorgt für heftige Kritik. Ein deutscher Auto-Experte spricht von der "allerschlechtesten Lösung".
André Wilding
13.12.2025, 12:00
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Kommt das Aus für den Verbrennungsmotor doch nicht wie geplant? Die EU könnte ihre bisherigen Klimaziele für Neuwagen aufweichen – und genau das sorgt jetzt für scharfe Worte.

Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer warnte Freitagabend in der ZiB2 eindringlich vor dem drohenden Rückschritt. Sollte die EU ab 2035 noch zehn Prozent Verbrenner-Anteil erlauben, sei das "die allerschlechteste Möglichkeit, die allerschlechteste Lösung, die denkbar ist", so Dudenhöffer. Wer dann noch in neue Technologien investiere, sei fraglich – und während sich Europa zurücklehne, "werden die Chinesen diese Zeit nützen". Der Abstand zu Herstellern wie BYD oder Geely werde so nur noch größer. "Die Chinesen fahren uns dann um die Ohren", warnt der Autoexperte.

Konkret hatte EVP-Chef Manfred Weber (CSU) angekündigt, dass die EU-Kommission künftig eine 90-prozentige CO₂-Reduktion für Neuwagen anstrebt – statt eines vollständigen Ausstiegs. Eine offizielle Bestätigung aus Brüssel steht zwar noch aus, der finale Vorschlag soll aber bereits am Montag beschlossen werden.

"Wir wollen doch auch etwas gegen den Klimawandel tun"

Für Dudenhöffer ist klar: Die bisherigen Fortschritte in Europa würden durch diesen Rückzieher gefährdet. "Wir wollen doch auch etwas gegen den Klimawandel tun." Auch die Marktentwicklung gehe in die richtige Richtung. In Deutschland liege der Anteil an E-Autos bei Neuzulassungen inzwischen bei 21 Prozent – im Jahresdurchschnitt davor waren es nur 13 Prozent. Der Preisabstand zwischen E-Autos und Verbrennern sei auf rund 2.000 Euro geschrumpft.

Dass Konsumenten skeptisch seien, sieht er gelassen. "Wir reden vom Jahr 2035, bis dahin kann sich viel verändern." Die Verunsicherung sei oft "durch die Politik und unklare Vorgaben" entstanden.

E-Fuels? "Märchengeschichte"

Scharf fällt auch Dudenhöffers Urteil über synthetische Kraftstoffe aus: "E-Fuels sind viel zu teuer." Es gebe keine ausreichend großen Anlagen, es werde kaum investiert. Das sei eine "Märchengeschichte".

Trotz allem ist der Experte nicht pessimistisch: Strategien wie "in China für China entwickeln und fertigen" – wie etwa bei VW oder Audi – seien zukunftsweisend. Deutschland sei im Autobau weiterhin stark. Aber: "Nur dann, wenn man sich eben nicht zurücklehne."

Hattmannsdorfer: "Industrie nicht vertreiben"

Österreichs Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) begrüßt jedenfalls die geplante Lockerung der EU-Ziele: "Die Auto- und Zulieferindustrie ist das Herzstück unseres Wirtschaftsstandortes", sagte er im Ö1-"Morgenjournal".

Er fordert "Technologieoffenheit" und verweist auf laufende Forschung in Österreich – etwa zu erneuerbaren Kraftstoffen oder Wasserstoff bei BMW in Steyr. Am Dienstag, 16. Dezember, will die EU-Kommission den neuen Vorschlag offiziell präsentieren – doch die Debatte ist schon jetzt voll entbrannt.

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