Es war frostig kalt am Samstagmorgen – auch in der Schweiz. Doch wer sich im Toggenburg im Kanton St. Gallen nach draußen wagte, wurde belohnt: Über den Schwendiseen zeigte sich ein heller Lichtkreis rund um die Sonne. Mehrere Leserreporter der Zeitung "20 Minuten" haben das Himmelsphänomen beobachtet.
Bei dem Lichtkreis handelt es sich um einen sogenannten Halo. Dieses optische Phänomen entsteht, wenn Sonnenlicht auf winzige Eiskristalle trifft, die sich in großer Höhe in dünnen Wolken befinden. Die Kristalle bestehen aus gefrorenem Wasserdampf, der sich in der Kälte direkt verfestigt. Je nach Temperatur und Feuchtigkeit entstehen dabei verschiedene Kristallformen. Besonders häufig sind sechseckige Plättchen oder Säulen. Diese brechen und spiegeln das Sonnenlicht.
Am häufigsten tritt der sogenannte 22-Grad-Halo auf. Dabei wird das Licht in einem Winkel von genau 22 Grad abgelenkt. Für das menschliche Auge erscheint so ein kreisrunder Ring um die Sonne. Die dafür verantwortlichen Kristalle befinden sich meist in Cirrostratus-Wolken in mehr als sechs Kilometern Höhe.
Halos sind nicht besonders selten. Sie sind jedoch nur sichtbar, wenn mehrere Bedingungen zusammenkommen. Dazu gehören ein passender Sonnenstand, eine gleichmäßige Ausrichtung der Kristalle und klare Sicht in die obere Atmosphäre. Besonders gut sichtbar werden Halos, wenn die Luft in großer Höhe trocken ist.
Auf den eingesandten Fotos ist neben dem Haupt-Halo auch ein weiterer Lichtbogen über der Sonne zu erkennen. Dabei handelt es sich vermutlich um einen sogenannten oberen Berührungsbogen. Er entsteht, wenn das Licht an bestimmten Kristallen zusätzlich gebrochen wird. Wenn mehrere dieser Erscheinungen gleichzeitig auftreten, spricht man von einer Kombination verschiedener Halo-Arten. Solche Kombinationen kommen zwar immer wieder vor, sind jedoch seltener.
Fachleute unterscheiden über 50 verschiedene Halo-Formen. Zu den häufigsten gehören neben dem 22-Grad-Ring auch die sogenannten Nebensonnen.