Ein ungewöhnlicher Fund hat am Sonntagnachmittag einen Großeinsatz am Rheinufer bei Neuss ausgelöst. In Höhe der Fleher Brücke entdeckte ein Spaziergänger einen stark verrosteten Metallkörper. Aus dem Gegenstand stieg weißer Rauch auf, stellenweise brannte er sogar.
Polizisten waren bereits vor Ort, wenig später rückte auch die Feuerwehr an. Schnell erhärtete sich der Verdacht, dass es sich um ein Kampfmittel handeln könnte. Weil keine Gefahr bestand, dass sich das Feuer weiter ausbreitet, ließen die Einsatzkräfte den Metallkörper kontrolliert ausbrennen.
Der Bereich wurde abgesperrt, eine Brandwache blieb vor Ort. Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes rückten an und untersuchten den Fund.
Dabei stellte sich heraus: Am Rheinufer lag eine britische Brandbombe vom Typ INC 30 LB aus dem Zweiten Weltkrieg. Im vorderen Teil dieses Bombentyps befinden sich rund 300 Gramm weißer Phosphor.
Genau dieser Stoff sorgte nun für den gefährlichen Zwischenfall. Wegen des niedrigen Wasserstands war der Phosphor freigelegt worden. Beim Kontakt mit der Luft entzündete er sich selbst.
Die ursprüngliche Hauptbrandladung der Bombe, ein Gemisch aus Benzin und Kautschuk, war nach der jahrzehntelangen Lagerung im Wasser bereits ausgespült. Von ihr ging keine weitere Gefahr aus.
Die Einsatzkräfte warnen davor, verdächtige Gegenstände am Rheinufer oder anderswo selbst anzugreifen, zu bewegen oder genauer zu untersuchen. Wer einen möglichen Bombenfund entdeckt, soll Abstand halten, andere Personen fernhalten und Polizei oder Feuerwehr verständigen.
Erst Spezialisten können zuverlässig feststellen, ob es sich tatsächlich um ein Kampfmittel handelt. Nachdem der verbliebene Phosphor ausgebrannt war, wurde die Bombe gesichert und abtransportiert. Der Einsatz dauerte rund drei Stunden.