In Curitiba, Brasilien, hat ein bewaffneter Mann 13 Kindergartenkinder als Geiseln genommen und gedroht, das Gebäude in Brand zu stecken. Die Polizei konnte die Kinder nach stundenlangen Verhandlungen unversehrt aus der Gewalt des Mannes befreien. Er hatte sich mit den Kindern in einem Raum des Kindergartens verschanzt. Wie 20min.ch berichtet, wurde der Geiselnehmer bei dem Polizeieinsatz getötet. Das bestätigte der Chef der Spezialeinheit der Militärpolizei im Bundesstaat Paraná, Alexandre Lopes Dias, am Freitagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz.
Die Kinder wurden nach ihrer Befreiung sofort den Gesundheitsbehörden und der Feuerwehr übergeben. Mindestens eines der Kinder war verletzt, genaue Details dazu gibt es aber noch nicht.
Der Täter war laut Polizei mit dem Fahrrad zur Kindertagesstätte gekommen und über den Zaun geklettert. Danach verschanzte er sich mit den Kindern in einem Zimmer und drohte, den Kindergarten anzuzünden. Er hatte sogar eine brennbare Flüssigkeit ausgeschüttet und ein Feuerzeug in der Hand gehalten.
Die Polizei gab an, dass der Mann an Schizophrenie litt. Er war mit einem Messer und einer vermeintlichen Pistole bewaffnet, die sich später als Attrappe herausstellte. Rund drei Stunden lang verhandelten die Einsatzkräfte mit ihm. In dieser Zeit hielt er alle Kinder bei sich und hatte eines davon auf den Knien festgehalten.
"Als wir gesehen haben, dass die Kinder immer mehr Angst bekamen und der Täter begann, sie körperlich zu attackieren, haben wir uns für ein taktisches Eingreifen entschieden, um Schlimmeres zu verhindern", schilderte Lopes Dias. Laut 20 Minuten fielen bei der Befreiung mehrere Schüsse und es gab lauten Krach, der vermutlich von Blendgranaten stammte. Der Geiselnehmer kam bei dem Einsatz ums Leben.
Warum der Mann zu dieser Tat griff, ist noch unklar. Ebenso weiß man noch nicht, ob er eine Verbindung zu jemandem in der Kindertagesstätte hatte.
"Die 13 Kinder sind am Leben und in Sicherheit!" Das schrieb der Bürgermeister von Curitiba, Eduardo Pimentel, nach dem Polizeieinsatz auf Instagram. "Nach Momenten großer Anspannung und Angst ist das die Nachricht, auf die wir alle gehofft haben." Pimentel versprach den betroffenen Familien Unterstützung.
Leider kommt es in Brasilien immer wieder zu Angriffen auf Betreuungseinrichtungen für Kinder. Erst im April 2023 hatte ein Mann in einer Kindertagesstätte im südbrasilianischen Blumenau vier Kinder mit einer Axt getötet.