Ob als Latte, Eis oder Kuchen: Matcha ist weltweit zum Trendprodukt geworden. Doch der grüne Hype hat seinen Preis.
Die steigende Nachfrage bringt für die Anbaugebiete in Japan massive Herausforderungen mit sich - und die Konsumenten merken das beim Einkauf.
Japan produzierte 2024 über 5.000 Tonnen Tencha, aus dem Matcha gewonnen wird - mehr als doppelt so viel wie zehn Jahre zuvor. Dennoch stoßen die Produzenten an ihre Grenzen.
Neue Teeflächen lassen sich nicht kurzfristig hochfahren: Bis neu gepflanzter Tee zur Ernte bereit ist, vergehen etwa fünf Jahre.
Wie Utopia unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, kommt zur hohen Nachfrage noch ein zweites Problem: extreme Hitze.
In Kyoto, einer der wichtigsten Regionen für hochwertigen Matcha, verzeichneten Teebetriebe nach besonders heißen Bedingungen rund 25 Prozent weniger Ertrag. Gleichzeitig stiegen die Auktionspreise um rund 170 Prozent.
Du musst deshalb nicht komplett auf Matcha verzichten. Es lohnt sich aber, genauer hinzuschauen, woher dein Pulver kommt. Ein allgemein anerkanntes Qualitätssiegel gibt es nicht - Bezeichnungen wie "Ceremonial Grade" oder "Premium Grade" sind keine amtlichen Gütesiegel, sondern Einordnungen der Anbieter selbst.
Interessant: Seit Juli ist "Japanese Tea" als geografische Angabe in Japan registriert. Das soll japanischen Tee besser vor irreführenden Bezeichnungen schützen. Auch beim Koffeingehalt ist Vorsicht geboten: Laut europäischer Lebensmittelsicherheitsbehörde gelten bis zu 400 Milligramm pro Tag als unbedenklich.
Matcha ist eng mit der japanischen Teezeremonie verbunden - einer Tradition mit Wurzeln im Zen-Buddhismus. Mitmachen ist kein Problem, Vereinnahmen schon.
Für den Matcha zu Hause braucht es keine spirituellen Rituale. Respekt kann auch einfach bedeuten, Herkunft und kulturellen Kontext zu kennen.