Volkswagen zieht bei seinem milliardenschweren Umbau die nächste Stufe ein. Der Aufsichtsrat stimmte dem Sanierungsplan des Vorstands am Donnerstag einstimmig zu. Offizielle Details fehlen noch, der Konzern bestätigte aber "Anpassungen der Personalkapazitäten". Damit sollen Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft des Autobauers gesichert werden.
Laut "Bild" könnten bis zu 60.000 Stellen inklusive Management zur Disposition stehen. Zunächst gehe es um rund 47.000 Jobs weltweit, betroffen sein dürften auch europäische Werke. Die Restrukturierung soll mindestens 6,6 Milliarden Euro kosten, im Extremfall bis zu zehn Milliarden Euro.
Offen ist zudem die Zukunft von Seat. Die "Wirtschaftswoche" berichtet, die Marke sei nicht mehr Teil des Zielbilds 2030 und könnte 2029 auslaufen. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht, darüber soll vermutlich am Freitag abgestimmt werden.
Auch deutsche Standorte stehen zur Debatte. Laut Vorstand soll die Produktion in Emden und Zwickau 2031, in Hannover 2032 und im Audi-Werk Neckarsulm 2034 auslaufen. Die IG Metall betont allerdings, dass dies noch nicht endgültig beschlossen sei: "Der Vorstand kann zunächst vieles beschließen". Über die weitere Belegung der Werke werde in Planungsrunden entschieden: "Und die müssen durch den Aufsichtsrat."
Volkswagen beschäftigt in Deutschland gut 298.000 Menschen. Laut ARD-Deutschlandtrend befürworten 62 Prozent politische Hilfen für Autobauer, um Arbeitsplätze und Produktion im Land zu halten. Eine Mehrheit der Anhänger aller Parteien spricht sich zudem dafür aus, die E-Auto-Förderung auf in Europa produzierte Fahrzeuge zu beschränken.