Deb Haaland

Midterm-Erfolg: Von der Alkoholikerin zur Gouverneurin

Deb Haaland hat Geschichte geschrieben: Sie ist die erste indigene Frau, die zur Gouverneurin eines US-Bundesstaates gewählt wurde.
05.11.2026, 09:35
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Die 63-Jährige konnte das Rennen um das höchste Amt in New Mexico für sich entscheiden. Damit steht erstmals eine Frau mit indigenen Wurzeln an der Spitze eines US-Bundesstaates. Haaland gehört zum Stamm der Laguna-Pueblo, der von den USA offiziell als indigene Nation anerkannt wird.

Politisch ist Deb Haaland kein unbeschriebenes Blatt. Bereits 2018 wurde sie als eine der ersten beiden indigenen Frauen überhaupt in den US-Kongress gewählt. In den Jahren unter Präsident Biden war sie Innenministerin der Vereinigten Staaten. Wie 20 Minuten berichtet, ist sie nun die erste indigene Gouverneurin der USA – und das mit einer beeindruckenden Lebensgeschichte.

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Pueblo-Stamm: Von der Vertreibung der Spanier bis zur Uranmine

Die Wurzeln der Laguna-Pueblo reichen weit zurück: Archäologische Funde zeigen, dass das Gebiet im heutigen New Mexico schon seit 6.500 vor Christus durchgehend besiedelt ist. Im Jahr 1650 kam es im damaligen Santa Fe de Nuevo México zum Aufstand der Pueblo-Stämme gegen die spanischen Kolonialherren – und die Ureinwohner setzten sich durch.

Die Spanier wurden damals aus dem Gebiet vertrieben, kehrten aber zwölf Jahre später wieder zurück. In dieser Zeit diente der Ort Laguna als Rückzugsort für viele indigene Gruppen. Dadurch entstand eine vielfältige Gemeinschaft aus Keresan-, Tanoan- und Hemisch-Stämmen, die bis heute den Laguna-Pueblo prägen.

Die Geschichte der Region ist aber auch von schweren Eingriffen geprägt: In den 1880er-Jahren wurde eine Eisenbahn gebaut, dafür mussten viele Wälder weichen. Der See, der dem Laguna-Pueblo seinen Namen gibt, trocknete aus. Ab den 1950er-Jahren entstand dort die größte Uran-Tagebaumine der Welt. Das brachte den Pueblo-Leuten große soziale und gesundheitliche Probleme. Erst 1982 wurde die Mine geschlossen.

Vom Tiefpunkt zum politischen Aufstieg

Geboren wurde Deb Haaland in Arizona. Sie zählt sich selbst zum sogenannten Turquoise-Clan der Pueblo-Leute. Ihre Mutter, Mary Toya, diente bei der US-Navy und stammt ebenfalls aus diesem Clan. Haalands Vater, ursprünglich aus Norwegen, wanderte in die USA ein und trat dem US-Militär bei. Für seinen Einsatz in Vietnam erhielt er sogar den Silver Star – eine der höchsten Auszeichnungen des Militärs.

Nach der Matura arbeitete Deb Haaland zunächst in einer Bäckerei. In dieser Zeit kämpfte sie mit Alkoholproblemen und wurde zweimal wegen betrunkenen Fahrens erwischt. Doch mit dem Beginn ihres Englisch-Studiums, so sagt sie selbst, habe sie keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt. Kurz nach dem Abschluss wurde sie Mutter einer Tochter. Laut eigenen Angaben war sie als alleinerziehende Mutter zeitweise sogar obdachlos und schlief bei Freunden am Sofa.

Später promovierte Haaland im Bereich Recht mit Schwerpunkt auf indigene Gesetze. Das Bar-Examen – also die Zulassungsprüfung für Juristen – schaffte sie aber nicht, weshalb sie nie als Anwältin arbeiten konnte. Stattdessen unterstützte sie Erwachsene mit Entwicklungsstörungen, leitete die Verwaltung ihres Stammes und führte schließlich ein Casino im San Felipe Pueblo.

red, 05.11.2026, 09:35
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