Hoher Besuch im NÖ Landhaus: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) empfing am Dienstag, 15. September, zahlreiche Würdenträger der römisch-katholischen und evangelischen Kirche. Mit dabei waren unter anderem Wiens Erzbischof Josef Grünwidl, der St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz, Superintendent Michael Simmer sowie zahlreiche Äbte aus Niederösterreich.
Mikl-Leitner sprach von einer "schönen und langjährigen Tradition" und nutzte das Treffen auch für klare politische Botschaften. Für "die beste Zukunft für unsere Kinder" brauche es Leistung, Eigenverantwortung und Hausverstand, erklärte die Landeshauptfrau.
"Unser Fundament ist christlich. Es sind die christlichen Werte und Traditionen", betonte Mikl-Leitner. Dazu gehöre für sie auch das Kreuz. "In Niederösterreich ist und bleibt das Kreuz ein unverzichtbares Symbol", stellte sie klar. Das Land werde sich auch künftig zum Kreuz in öffentlichen Räumen bekennen.
Deutliche Worte fand Mikl-Leitner auch beim Thema Kopftuch. "Mädchen und Burschen sollen gleichberechtigt und gleichbestimmt aufwachsen können. Dazu gehört auch das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14. Denn das Kopftuch ist nicht nur ein Stück Stoff, es ist ein Symbol der Unterdrückung", sagte die Landeshauptfrau. Daher sei sie für ein entsprechendes Verbot.
Auch die sinkenden Geburtenzahlen rückte Mikl-Leitner in den Mittelpunkt. "Ohne Kinder keine Zukunft", erklärte sie. Als Beispiele nannte sie Südkorea und Japan, wo der demografische Wandel bereits deutliche Folgen habe.
Familie sei keine Belastung, sondern eine Bereicherung, sagte Mikl-Leitner als Mutter zweier Töchter. Wer Ja zur Familie sage, übernehme Verantwortung und bekomme gleichzeitig "Kraft, Liebe, Wärme, Nähe und Geborgenheit".
Kirche und Politik verbinde eine gemeinsame Verantwortung, so die Landeshauptfrau. Dabei gehe es einerseits darum, das kulturelle Erbe für kommende Generationen zu erhalten, andererseits um konkrete Hilfe für die Menschen.
Mikl-Leitner bedankte sich am Dienstag bei den Kirchen für ihre Arbeit in der Seelsorge, in Kindergärten und Schulen sowie bei der Betreuung älterer und kranker Menschen. Auch das freiwillige Engagement in Pfarren und kirchlichen Einrichtungen hob sie hervor.
Erzbischof Grünwidl bezeichnete das Treffen als Zeichen der Wertschätzung. Für ein gutes gesellschaftliches Miteinander brauche es Solidarität, Empathie und Engagement.
Superintendent Simmer wiederum stellte das Thema Hoffnung in den Mittelpunkt: "Hoffnung ist nicht das Ergebnis guter Planung, sondern ein Geschenk." Gerade angesichts immer neuer Krisen und der Sorgen um den gesellschaftlichen Zusammenhalt sei Hoffnung eine bewusste Entscheidung, trotz Unsicherheit weiterzugehen.