"Essen oder Miete"

Mindestsicherung weg – minus 1.600 Euro für Familie

Grundsicherung statt Mindestsicherung für subsidiär Schutzberechtigte in Wien: Eine Mutter mit fünf Kindern muss nun um ihre Wohnung zittern.
Wien Heute
15.04.2026, 17:19
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Lange Zeit bekamen subsidiär Schutzberechtigte in Wien die höhere Mindestsicherung ausbezahlt, obwohl in anderen Bundesländern nur die Grundversorgung für sie vorgesehen war. Mit dem Sparpaket war es mit der Aufzahlung nun auch in Wien vorbei. Seit Februar bekommen subsidiär Schutzberechtigte nur noch die niedrigere Grundversorgung zur Deckung ihrer Lebenskosten. Eine schwere Umstellung für die rund 10.000 Betroffenen in Wien. Eine Frau aus Tschetschenien erzählte davon nun der "ZiB 2".

1.200 Euro statt 2.800 Euro

Die Mutter von fünf Kindern müsse sich zwischen Essen für ihre Familie und der Zahlung der Miete entscheiden. Beides würde sich nicht mehr ausgehen. "Ich habe Angst, dass ich die Wohnung aufgeben muss." Denn bisher bekam die Frau mit fünf Kindern rund 2.800 Euro Mindestsicherung pro Monat. Nun sind es rund 1.600 Euro weniger. Statt 2.800 Euro gibt es nur noch rund 1.200 Euro.

"Werden Auswirkungen sehen"

Bis Anfang des Jahres bekamen Flüchtlinge die Mindestsicherung ausbezahlt, für Miete und Lebensunterhalt. Wien folgt hier jetzt der Praxis der anderen Bundesländer in Österreich. "Wir werden die Auswirkungen sehen im öffentlichen Raum", warnt Volkshilfe-Chef Erich Fenninger. In anderen Städten Europas habe man viel mehr Obdachlosigkeit.

Mutter hofft auf einen Job

"Wien übererfüllt die Quote in der Grundversorgung seit langem", heißt es dazu aus dem Büro von Sozialstadtrat Peter Hacker (SP). Ziel sei es, arbeitsfähige subsidiär Schutzberechtigte in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Es bräuchte eine bundesweit einheitliche Regelung für die Sozialhilfe. "Ich hoffe, dass ich einen Job finde und selbst Geld verdienen kann", so die betroffene Mutter aus Tschetschenien. Ansonsten kann sie sich bald die Wohnung nicht mehr leisten.

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