Damit müssen wir rechnen

Ministerium warnt: Niederschlag "wird sich verschieben"

Die Niederschlagssummen in Österreich verschieben sich aufgrund des Klimawandels. Erste Trends sind schon jetzt messbar.
Newsdesk Heute
29.01.2026, 11:25
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Klimawandel heißt nicht automatisch heiß. Alle Wetter-Extreme werden häufiger und stärker. Nach einer Untersuchung durch Österreichs führende Forschungseinrichtungen schlägt nun das Umweltministerium Alarm. Denn die Ergebnisse zeigen: "Es ist davon auszugehen, dass die Folgen des Klimawandels zu einer saisonalen Verschiebung der Niederschläge führen."

Für die Zukunftsabschätzung zusammengeschlossen haben sich die GeoSphere Austria mit der TU Wien, der Universität Graz und der Universität für Bodenkultur. Demnach soll der Sommerniederschlag bis zur Mitte des Jahrhunderts im Vergleich zu früheren Berechnungen voraussichtlich zwischen fünf und 15 Prozent abnehmen. Gleichzeitig verschiebt sich der Niederschlag in die kältere Jahreszeit: In der kühleren Jahreshälfte zeichnet sich ein Niederschlagsplus von fünf bis zehn Prozent ab.

"Spürbare Auswirkungen"

Auf das ganze Jahr gerechnet bleibt die Niederschlagsmenge weitgehend gleich. Weil aber die Temperatur stetig ansteigt und dadurch mehr Wasser verdunstet, wird dem Boden insgesamt weniger Wasser zur Verfügung stehen.

"Die neuen globalen Klimaszenarien zeigen für die nächsten Jahrzehnte mehr Winterregen im Flachland und mehr Schnee im Hochgebirge, wobei die Schneedecken tendenziell kürzer liegen bleiben. Im Sommer wird es hingegen eher trockener das wird spürbare Auswirkungen haben", sagt Dr. Klaus Haslinger, Hydroklimatologe bei GeoSphere Austria.

Sommergewitter werden stärker

Besonders herausfordernd wird die Situation im Osten Österreichs, wo ohnehin schon weniger Niederschlag fällt. Trockenere Sommer erhöhen den Bewässerungsbedarf, während gleichzeitig weniger Wasser zur Verfügung steht. "Die Aufgabe, die Ressource Wasser vom Überschuss in der kalten Jahreszeit zu den Mangelzeiten im Sommer zu verteilen, wird künftig an Bedeutung gewinnen."

Ein Sommertrend kann schon jetzt zweifelsfrei aus Messdaten abgeleitet werden: die höhere Intensität der Niederschläge. Durch den Klimawandel steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Regen insbesondere in der warmen Jahreszeit in kurzer Zeit sehr intensiv fällt – etwa bei Sommergewitterlagen. Auch wenn im Jahresmittel gleich viel Wasser fällt, verschärft die höhere Intensität das Risiko für lokale Überflutungen.

"Direkte Folgen für Trinkwasser"

Umwelt- und Wasserminister Norbert Totschnig zur Bedeutung für unser Land: "Der Zeitpunkt und die Intensität des Niederschlags ändern sich und das hat direkte Folgen für Trinkwasser, Landwirtschaft, Gemeinden und den Schutz vor Extremereignissen wie Hochwasser. Mit dieser Studie schaffen wir eine einheitliche, verlässliche Basis, damit wir in Österreich vorausschauend planen und unsere Wasserressourcen von morgen sichern können."

Die berechneten Szenarien werden in den kommenden Monaten verfeinert und mit hydrologischen Modellen der TU Wien verknüpft, um eine validierte wissenschaftliche Einschätzung der Auswirkungen des Klimawandels auf Österreichs Wasserhaushalt zu ermöglichen. Der Endbericht der Studie "Wasser im Klimawandel" im Auftrag des BMLUK wird im Herbst 2026 veröffentlicht.

{title && {title} } red, {title && {title} } 29.01.2026, 11:25
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