"Tiko-Team geschockt. Hühner entsorgt wie Müll" – dieser Satz hat am Dienstagnachmittag auf der Facebook-Seite vom Tierschutzkompetenzzentrum Kärnten für Aufregung gesorgt. Die Bilder dazu sind wirklich schwer zu ertragen: In der Nacht auf Dienstag haben Unbekannte sechs Hühner einfach über den Zaun des Tierheims geworfen – eingepackt in Plastiksackerl.
Die Zustände der Tiere sind erschütternd. "Die Haut ist wund, offen, teilweise blutig. Jeder ihrer Schritte schmerzt. Auch das Gefieder ist komplett verwahrlost. Einem Hendl hat man sogar eine Zehe amputieren müssen, weil ein verhärteter Klumpen den halben Zeh schon abgerissen hatte".
„Die Hendln leiden unter massivem Milbenbefall, ihre Füße sind nur noch verhärtete Klumpen und hart wie Beton.“Tiko Kärnten
Da die Hühner im Tierheim unter, überwiegend Hunden und Katzen, kaum zur Ruhe kämen, hat man sie der Vogelhilfe Kärnten übergeben.
„Sie sind noch krank und unterernährt, ich werde sie also bei mir zuhause aufpäppeln. Dazu habe ich bereits eine Innenvoliere aufgestellt“Michaela DworakKärntner Vogelhilfe
Die Tiere werden regelmäßig gewaschen und bekommen Medikamente auf die Füße geschmiert. "Ich mache das jetzt sieben Tage lang, dann gibt es einen Check beim Tierarzt." Zusätzlich wird den Hühnern Hirse gekocht und viel frisches Grünzeug zum Fressen gegeben. Sobald sie wieder fit sind, dürfen sie auf neue Lebensplätze übersiedeln. "Die habe ich größtenteils schon organisieren können", sagt Dworak.
Was Dworak als Tierfreundin zu dem traurigen Fall sagt? "Ich glaube, da steckt nichts Bösartiges dahinter, da waren die Besitzer wohl verzweifelt." Sie vermutet, dass vielleicht ein Pensionist als Besitzer verstorben ist und die Erben nicht gewusst haben, wie man mit den Tieren umgeht.
Außerdem glaubt Dworak, dass die Besitzer vorher bei Tierheimen angefragt haben könnten, dort aber abgewiesen wurden. "Die Tiere über den Zaun zu werfen, wirkt zwar herzlos, aber dort waren sie zumindest in Sicherheit. Es war sicher humaner, als sie im Wald auszusetzen. Das hätten sie nicht überlebt." Michaela Dworak betont, dass man sich in so einem Fall immer an die Vogelhilfe wenden kann.