Was für ein unglaubliches Finish beim Berlin-Marathon! Tigst Assefa kämpfte am Sonntag nicht nur gegen die Uhr, sondern auf den letzten Kilometern auch gegen massive Schmerzen.
Die Äthiopierin war lange auf dem Weg zu einer Fabelzeit. Bis zwei Kilometer vor dem Ziel lag Assefa noch auf Weltrekordkurs. Dann änderte sich ihr Laufstil plötzlich, die 29-Jährige hatte offensichtlich große Probleme.
Trotz Schmerzen kämpfte sich Assefa bis ins Ziel und gewann den Marathon in 2:11:04 Stunden. Den Weltrekord verpasste sie damit lediglich um 68 Sekunden.
Zunächst wurde angenommen, dass Assefa im Finish von heftigen Krämpfen gebremst worden war. Doch die tatsächliche Diagnose macht ihre Leistung noch bemerkenswerter: Die Läuferin zog sich einen Einriss der rechten Achillessehne zu.
Trotz der Verletzung brachte sie den Marathon zu Ende und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Bereits am Montag soll Assefa in München operiert werden.
Auch Berlins Rennleiter Mark Milde zeigte sich angesichts des dramatischen Finishs beeindruckt. "Vor dieser Leistung müssen wir den Hut ziehen. Sie lag während des Großteils des Rennens auf Weltrekordkurs, doch dann geschah etwas mit ihrer Sehne", sagte er.
Dass Assefa trotz der Verletzung noch bis ins Ziel lief, sorgte auch bei Milde für Staunen: "So ins Ziel zu kommen – so etwas habe ich noch nie gesehen. Der Schmerz ist kaum vorstellbar."